RessourcenGeplünderter Planet

Planet Erde

Es steht schlecht um unseren Planeten. Die Menschheit plündert in immer schnellerem Tempo und größerem Maße die Ressourcen, die uns die Erde jährlich zur Verfügung stellt. Holz wird in größeren Mengen abgeholzt, als nachwachsen kann. Mehr Grundwasser wird entnommen, als sich natürlich wieder bilden kann. Und mehr CO2 wird in die Luft gepustet, als die Atmosphäre aufnehmen und in Senken verarbeiten kann. Der Living Planet Report 2014 (externer Link) hat errechnet, dass wir 1,5 Planeten bräuchten, um unseren Bedarf zu decken. Der Ressourcenverbrauch in Deutschland nimmt – hochgerechnet - aktuell sogar 2,6 Erden in Anspruch, wir liegen also weit über dem globalen Durchschnitt. Wir verprassen die Erdreserven und die Substanz unseres Planeten auf Kosten der zukünftigen Generationen.

Weit über die Grenzen hinausgeschossen

Außerdem bringen wir uns damit in vielen Bereichen über die ökologischen Belastungsgrenzen des Planeten, also den Rahmen, der eine Stabilität der Erde und ihrer Lebensräume definiert. Wir täten gut daran, diese auch einzuhalten, um Schlimmeres zu verhindern. Aber gerade für den Biodiversitätsverlust, den Stickstoffkreislauf oder den Klimawandel sind wir bereits weit über die sicheren Grenzen hinausgeschossen. Zwischen 1970 und 2010 sind die beobachteten Tierpopulationen um 52 Prozent zurückgegangen. Das heißt im Durchschnitt hat sich die Zahl der Säugetiere, Vögel, Fische und Pflanzen halbiert. Das ist alarmierend.

In der ersten Oktoberhälfte 2014 wird sich die internationale Staatengemeinschaft in Südkorea treffen, um über den Stand zur Erreichung der Aichi Biodiversitätsziele zu debattieren. Es wird ähnlich ernüchternd werden, wir der frisch vorgelegte Living Planet Report. Weltweit gelingt es nicht, die Ausrottung der Arten zu stoppen. Und auch der deutschen Bioidversitätsstrategie fehlt es an einer Umsetzungsoffensive um endlich die benötigten Hebel in der Landwirtschaft, im Verkehrs – und Bausektor in Bewegung zu setzen. Die Bundesregierung muss hier endlich entschlossen handeln.

Leben auf Kosten anderer

Deutschland verbraucht mehr als doppelt so viele Ressourcen wie das Land an Biokapazität zu bieten hat. Das heißt, Deutschland lagert seinen ökologischen Fußabdruck in andere Länder aus. In anderen Worten: Wir plündern für unseren Bedarf die Ressourcen anderswo. Allein in Südamerika beanspruchen wir 2,2 Millionen Hektar Fläche für den Sojaanbau – Futtermittel für die deutsche Fleischproduktion. Insgesamt importierte der deutsche Agrarhandel jährlich zwischen 2001 und 2010 Produkte von bis zu 7 Millionen Hektar aus Ländern außerhalb der EU. Deutschland, das selbst über circa 17 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verfügt, nahm dadurch noch einmal 40 Prozent der eigenen Anbauflächen anderer Länder in Anspruch.

Der Ressourcenverbrauch in Deutschland muss gesenkt werden und wir fordern deshalb eine sozial-ökologische Transformation unseres Wirtschaftssystems. Die ökologischen Grenzen unseres Planeten müssen die Grenzen unseres Handelns und Lebens bestimmen. Das bedeutet auch, dass Politik neben technologischen Effizienzmaßnahmen zur Verbesserung der Ressourcensituation auch neu über Konsum- und Lebensstilfragen nachdenken muss.

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