Tag der biologischen VielfaltGift stoppen - Artenschutz jetzt

Gift tötet. Dennoch landen jährlich Unmengen an giftigen Pestiziden auf unseren Äckern. Die wilden Ackerkräuter werden totgespritzt und fehlen so der Schmetterlingsraupe als Nahrungsquelle, wenn das Gift nicht sowieso schon direkt tödlich für sie war. Die Schmetterlingsraupe stünde aber auf dem Speiseplan des Laufkäfers, der wiederum vom Rotkehlchen gefressen würde. Hermelin, Kreuzotter, Marder, Rotmilan und zuletzt der Uhu reihen sich in die Nahrungskette ein. Durch den übermäßigen Einsatz von Ackergiften wird diese Kette zum Einreißen und dadurch Pflanzen und Tiere an den Rand des Aussterbens gebracht. Das gesamte komplexe Beziehungsgefüge gerät ins Wanken.

Erst vor drei Tagen bescheinigte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) den katastrophalen Zustand der Tier- und Pflanzenwelt in Deutschland. Ein Drittel unserer Tier- und Pflanzenarten ist gefährdet oder bereits ausgestorben. Insbesondere die Situation bei den Bienen und wirbellosen Tieren ist dramatisch. Uns allen muss klar sein, dass wir damit unsere eigene Lebensgrundlage gefährden. Ohne Bienen keine Bestäubung und damit bleibt dann auch die Ernte aus – das betrifft rund drei Viertel der Pflanzen, die wir täglich essen. Das BfN benennt auch den zentralen Verursacher des Artensterbens: die intensive Landwirtschaft.

Die industrielle Agrarwirtschaft hat die Lebensräume von Tieren und Pflanzen umgegraben, tot gespritzt und verdrängt. Die Pestizid-Industrie, allen voran Monsanto, Bayer, BASF und Co., verdienen Milliarden mit der Produktion der Ackergifte, die sie weltweit vertreiben. Die Bundesregierung steht gehorsam zur Seite und scheut strengere Regulierungen und nimmt damit das ungebremste Artensterben billigend in Kauf. Die Politik muss hier endlich handeln.

Daher setzen wir uns für eine Agrarwende ein. Wir brauchen eine Landwirtschaft, die ökologisch verträglich ist, das Gift auf den Äckern massiv reduziert und die Vergüllung der Landschaft stoppt. Sonst wird noch mehr Umfallen, als nur das Pappdomino vor dem Kanzleramt.

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