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ÜberdüngungKein Badespaß in der Ostsee

Blaualgen schwimmen unter der Wasseroberfläche
Die Überdüngung in der Landwirtschaft lässt Bakterien und Algen gedeihen. Besonders Blaualgen verderben den Badespaß. Die Ostsee ist überdüngt. Hauptursache liegt in der Landwirtschaft.

Grüne Brühe statt erfrischendes Nass - so manchem Badegast an der Ostsee ist dieses Jahr das Schwimmen vergangen. Die Überdüngung mit Nährstoffen und die Hitzewelle lassen Bakterien und Algen gedeihen, die sich explosionsartig vermehren.  Besonders die giftigen Cyanobakterien (Blaualgen) sind gefürchtet. Sie können Haut- und Schleimhautreizungen auslösen, Bindehautentzündung, Ohrschmerzen, aber auch Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. An der polnischen Ostsee mussten einige Strände gesperrt werden. Auch an der deutschen Ostseeküste wurden Blaualgen bereits festgestellt.

Algen und Todeszonen in der Ostsee

Die Ostsee ist überdüngt.  Jährlich schwemmen die zulaufenden Flüsse das Äquivalent von 200 Güterwaggons Stickstoff in die Ostsee. Hauptverursacher für die Algenschwemme auf dem Meer und den riesigen Todeszonen am Grund der Ostsee: Die Überdüngung von Ackerflächen.

Etwa 80%  - der Stickstoffe in den Ostseezuflüssen Oder, Schwentine, Warnow, Peene und Trave kommen aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen. Über das Grundwasser sowie die Entwässerung der Böden durch Gräben und Rohre gelangt der überschüssige Stickstoff direkt in die Flüsse und in die Ostsee. Das bestätigt die Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine schriftliche Frage der Grünen.

keine Gülle mehr in die Ostsee

Erschreckend  ist auch der Verlauf der Einträge über die letzen Jahre gesehen. Obwohl die Problematik der Überdüngung und Todeszonen in der Ostsee seit langem bekannt ist, hat die Bundesregierung keine wirksamen Maßnahmen auf den Weg gebracht, die Nährstofffrachten signifikant zu verringern. Der Trend stagniert auf viel zu hohem Niveau, bzw. ist nur leicht abnehmend.

Wir brauchen endlich einen Stopp der Überdüngung in der Landwirtschaft - durch ein Ende der Massentierhaltung, eine strengere Düngeverordnung und eine Agrarwende hin zu einer umweltverträglichen Landwirtschaft. Ansonsten werden wir in Zukunft noch häufiger vor Badeverbotsschildern stehen.

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