NaturschutzgesetzLandwirtschaft nach ökologischen Kriterien

Ein Stieglitz sitzt auf einem Ast in einem Baum

Die große Koalition legt eine Mini-Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes vor und macht dadurch ihr eigentliches Versagen beim Naturschutz deutlich. Das Bundesnaturschutzgesetz ist die größte nationale Stellschraube für den Naturschutz – angesichts des Artensterbens eigentlich eine riesengroße Baustelle. Aber der Gesetzentwurf streift nur wenige Aspekte, novelliert manche Paragrafen unnötigerweise, lässt dafür die Finger davon die industrielle Agrarwirtschaft an die Leine zu nehmen. Dabei ist die Lage unserer Natur alarmierend.

Kehrtwende in der Agrarpolitik für den Naturschutz

Erst diese Woche hat das Bundesamt für Naturschutz eine Kehrtwende in der Agrarpolitik gefordert. In seiner vorgestellten Studie „Agrar-Report 2017 “ wird deutlich, dass das Artensterben am schnellsten in den Agrarlandschaften voran schreitet. Die industrielle Landwirtschaft ist der Hauptverursacher für Artenschwund und Naturzerstörung. Der überbordende Pestizideinsatz, kilometerlange Monokulturen und Wiesen und Weiden, die nicht mehr blühen, hinterlassen Landschaften ohne genug Insekten, Vögel und vielfältige Pflanzen. Wir haben in den letzten 20 Jahren über 80 Prozent der Insekten verloren, die Hälfte der Vögel ist verschwunden, vom Kiebitz sind gerade noch 20 Prozent übrig.

Landwirtschaft nach ökologischen Kriterien gestalten

Die große Koalition und die Bundesregierung machen aber keine Anstalten hier die Notbremse zu ziehen und das Artensterben zu stoppen. Zwar erweckt die Bundesregierung mit Bauernregeln und Co. den Eindruck, dass sie das Thema angehen, der reality-check lässt sie jedoch krachend durchfallen. Mit der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes hätte man die vielen Privilegien und Ausnahmeregelung für die Landwirtschaft aufheben können und nach ökologischen Kriterien ausgestalten können.

Wir Grüne im Bundestag fordern in unserem Entschließungsantrag eine stärkere Regelung der Landwirtschaft im Bundesnaturschutzgesetz durch die Anpassung der guten fachlichen Praxis an ökologische Notwendigkeiten.

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