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Berglandschaft mit Regenwald

CBD, COP, MOP – was ist das denn alles, fragen Sie sich? Wir bringen ein bisschen Licht ins Dunkel der Fachbegriffe rund um die biologische Vielfalt.

Was ist die CBD?

Die CBD (Convention on Biological Diversity = Konvention über die biologische Vielfalt) ist ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen souveränen Staaten mit 190 Vertragsparteien. Ziel des Abkommens ist es, die Vielfalt des Lebens auf der Erde zu schützen. Dem Vertrag zufolge besitzen die Staaten souveräne Rechte über ihre biologischen Ressourcen und betont jedoch auch das gemeinsame Anliegen der Menschheit an der Erhaltung und Nutzung dieser Ressourcen. Deutschland ist seit 1994 Mitgliedstaat der CBD.

Bemerkenswert ist, dass erstmals in der Geschichte der biologischen Vielfalt völkerrechtlich ein "Wert an sich" zugeschrieben wird. Heute ist die CBD eines der wichtigsten völkerrechtlich verbindlichen Abkommen weltweit.

Warum ein Übereinkommen über die biologische Vielfalt?

Global nimmt die biologische Vielfalt rasant ab. Durch den Verlust an Lebensräumen, Arten und Genen verarmt die Natur, die Lebensgrundlage der Menschheit ist bedroht. Um diesen Verlust zu stoppen, sind heute massive Gegenmaßnahmen und ein international abgestimmtes Vorgehen nötig. Deshalb wurde im Jahr 1992 auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro der Schutz der biologischen Vielfalt als ein gemeinsames Interesse der Menschheit anerkannt und die CBD formuliert. Das Übereinkommen trat am 29.12.1993 völkerrechtlich in Kraft.

Die drei Hauptziele des Abkommens sind

Erhaltung der biologischen Vielfalt: Die biologische Vielfalt muss mit dem Reichtum der Arten, mit der genetischen Vielfalt und mit der Verschiedenartigkeit der Lebensräume und Ökosysteme auch für nachfolgende Generationen erhalten bleiben.

Nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile: Es wird anerkannt, dass Arten, Gene und Lebensräume zum Vorteil des Menschen genutzt werden dürfen. Die Nutzung soll jedoch so erfolgen, dass sie nicht zum Rückgang oder zum langfristigen Verlust der biologischen Vielfalt führt.

Gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen (engl. Access and benefit sharing, ABS):Die größte Artenvielfalt ist in den sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländern zu Hause. Jedoch finden die Vermarktung der darin verborgenen Ressourcen und die Erwirtschaftung der Gewinne vornehmlich in den Industriestaaten statt. Gerade die Lokalbevölkerung, oftmals indigene Gruppen, kennt und nutzt diese Ressourcen schon lange und ist für die nachhaltige Bewirtschaftung und die Bewahrung der Ressourcen verantwortlich. An der Nutzung und Vermarktung in anderen Ländern müssen sie daher angemessen beteiligt werden. Auch die Erschließung neuer genetischer Ressourcen darf nicht ohne Information und Einverständnis der lokalen Bevölkerung geschehen. Alles andere wäre als Biopiraterie abzulehnen.

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