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MeeresschutzMeerestiere stark gefährdet

Fische und Korallen

Deutschlands Küsten- und Meerestieren geht es schlecht. Auf der vom Bundesamt für Naturschutz neu herausgegebenen Roten Liste für Meeresorganismen finden sich 30 Prozent aller untersuchten Arten der Fische, Wirbellosen und Großalgen wieder. Sie sind vom Aussterben bedroht. Für viele Arten, zum Beispiel einige Fische hat sich die Gefährdungssituation gegenüber der letzen Roten Liste von 1998 sogar noch verschärft. Nur für 31 Prozent der Arten kann Entwarnung gegeben werden, sie wurden als ungefährdet eingestuft.

Die Hauptschuldigen sind alte Bekannte: zum einen die intensive Fischerei, die immer noch mit zerstörerischen Fangtechniken wie Grundschleppnetzen arbeitet. Zum anderen die Landwirtschaft, deren überhöhte Nährstoffeinträge die Ökosysteme unserer Meeresgebiete stark beeinträchtigt. Ausgangspunkt ist die industrielle Landwirtschaft mit ausufernden Gülleeinträgen aus der Massentierhaltung. Doch auch der Ressourcenabbau von Sand und Kies in Brut- und Lebensräumen der heimischen Meerestiere zerstört ihre Lebensgrundlage.

Bundesregierung schützt nicht

Ein besonderes politisches Versagen ist es, dass für die zehn ausgewiesenen Schutzgebiete in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) bisher keinerlei Schutzmaßnahmen eingeführt worden sind. Es fehlen die Schutzgebietsverordnungen sowie Managementpläne und ein Vorschlag für das Fischereimanagement. Die Bundesregierung ist hier allein verantwortlich und muss endlich den Vorwärtsgang einlegen. Die wichtigen Erholungs– und Rückzugsräume für gefährdete einheimische Meerestiere müssen zumindest in den Schutzgebieten gewährleistet sein.

Ähnliches gilt für die Umsetzung der EU-Meeresstrategierahmenrichtlinie, die vorgibt, dass bis zum Jahr 2020 der gute Umweltzustand erreicht sein muss. Die Bundesregierung versäumt bisher dieses Instrument als scharfes Schwert für die Erhaltung der Nord– und Ostsee zu nutzen und Maßnahmen zu entwickeln, um diesen gutenUmweltzustand vertragsgemäß zu erreichen. Nur so gäbe es eine Chance, die Rote Liste der Meeresorganismen bei der nächsten Veröffentlichung kürzen zu können.

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