NaturNaturzerstörung in Deutschland geht weiter

Foto eines Waldes

Eine umfassende bundeseinheitliche Inventarisierung von Arten und Lebensräumen macht deutlich, dass wir auf dem Holzweg sind, wenn es darum geht die selbst gesteckten EU Biodiversitätsziele bis 2020 erreichen zu wollen. Anstatt den Rückgang von Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräumen zu stoppen und Weichen für die Wiederherstellung von Ökosystemdienstleistungen und Lebensräumen zu stellen, entfernen wir uns immer weiter von diesem Ziel.

Dass bei einigen Arten Naturschutzmaßnahmen Erfolge aufzeigen und sich langsam erholen, ist erfreulich, darf aber nicht vom Ausmaß der fortschreitenden Naturzerstörung ablenken. Vor allem wertvolle Grünland-Lebensräume und Moore sind in einem katastrophalen Zustand.

Die Intensivierung der Landwirtschaft ist Hauptursache für den Artenverlust.

Statt daraus Konsequenzen zu ziehen, torpediert die Große Koalition jeglichen Ansatz der EU, die Agrarpolitik zu begrünen. Nachdem sie in Brüssel maßgeblich dazu beigetragen hat, den vorgeschriebenen Anteil Ökologischer Vorrangflächen deutlich zu reduzieren (von 10 auf 5 %), will sie nun auch noch den Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger auf den verbliebenen Ökologischen Vorrangflächen zulassen. Das würde den ökologischen Nutzen dieser Flächen zunichtemachen und der Vorrang für die Natur hätte sich damit erledigt. Diese Flächen waren nach den Vorgaben der EU-Kommission zur Biotop- und Habitatverbesserung bestimmt.

Schutz von Grünland wird wohl bald zum Bauernopfer.

Einzig in Natura 2000 Gebieten ist der Grünlandschutz bisher strikt mit einem kompletten Umwandlungs- und Umbruchverbot, sowie einem Pflegeumbruch umgesetzt. Aus Naturschutzgründen ist dies auch notwendig. Selbst gegen diese Regelung läuft der Bauernverband Sturm. Es ist zu erwarten, dass die Große Koalition auch hier einknickt und diese Regelung im Bundestag kippen wird. Damit würde das letzte Überbleibsel einer grüneren Agrarsubvention auch noch verschwinden.

Für die Artenvielfalt und die Lebensräume wäre das ein verheerendes Ergebnis und zeigt einmal mehr, wie wichtig eine kohärente Politik besonders in den verwandten Ressorts ist. In 6 Jahren muss Deutschland wieder ihre Berichtspflicht an die EU nachkommen, ohne eine groß angelegte Naturschutzoffensive wird auch dann das Ergebnis verheerend ausfallen.

Mehr zum Thema Biologische Vielfalt Naturschutz

1 Kommentar
Der neue Wald der Grünen
Marianne Mayr 16.04.2014

sind die Windräder! Ein Naturverbrechen
wen man den Wald zum Industriegebiet ausbaut
abholzt und noch zubetoniert einen größeren FREVEL
gibt es nicht und das noch Ökostrom zu nennen ist eine
Dreiste Lüge.

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4391321