Kurzstudie belegt Gefahr einer ÖlpestNordsee in Gefahr

Gas- und Ölplattform Ekofisk vor Norwegens Nordseeküste

In der Nordsee steigt die Gefahr einer großen Ölkatastrophe. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Auftrag gegebene Studie. Viele der Bohrinseln sind mittlerweile stark veraltet und störanfällig geworden. Benötigte Investitionen in die Sicherheit der Anlagen sind dringend notwendig. Da die Fördermengen von Öl begrenzt sind und gegenwärtig schon stark sinken, haben Ölkonzerne aber kein Interesse mehr, in die alten Anlagen zu investieren.

Weltnaturerbe Wattenmeer in akuter Gefahr

Darüber hinaus werden zahlreiche Sicherheitsvorschriften teils wiederholt verletzt und gefährden damit akut die Nordsee und Küstengebiete. Es ist nicht auszuschließen, dass bei einem größeren Unfall für das Weltnaturerbe Wattenmeer mit seinen einmaligen hochsensiblen Lebensräumen eine Umweltkatastrophe droht. Umso wichtiger ist es, dass die Ölkonzerne endlich Verantwortung übernehmen.

Die aktuelle Situation ist mehr als kritisch: Wenn nicht umgehend in die Sicherheit der Anlagen investiert wird, ist in naher Zukunft eine größere Ölkatastrophe in der Nordsee nicht mehr auszuschließen. Die Sorglosigkeit im Umgang mit den Bohrinseln in der Nordsee erinnert fatal an die Umstände im Vorfeld der Explosion der Bohrinsel "Deep Water Horizon" im Golf von Mexiko 2010.

„Kostenloses Abflussrohr“

Allein im Jahr 2013 wurden 551 meldepflichtige unerlaubte Einleitungen von Öl und Chemikalien im britischen Sektor der Nordsee verzeichnet. Kaum eine davon wurde von der zuständigen Aufsichtsbehörde geahndet. Von 4.123 illegalen Ölaustritten führten nur sieben zu minimalen Geldstrafen. Schon jetzt erlebt die Nordsee eine schleichende Ölverschmutzung durch die großen Mengen an legal eingeleitetem Erdöl aus dem Normalbetrieb der Anlagen. Mehrere tausend Tonnen Öl und Chemikalien werden in einem Jahr in die Nordsee gepumpt und belasten den Lebensraum Meer. Hier wird die Nordsee als kostenloses Abflussrohr missbraucht. Die Bundesregierung muss mit Norwegen und insbesondere den Briten sprechen. Deren laxe Aufsichtspolitik ist hochriskant. Es kann nicht sein, dass irgendwann die Küsten für mehrere Milliarden Euro gesäubert werden müssen, nur weil die gut verdienenden Ölfirmen zu wenig in die Sicherheit ihrer Anlagen investieren.

Einzige Lösung: konsequenter Umstieg auf erneuerbaren Energien

Der einzige Weg, um eine Ölkatastrophe in der Nordsee zu verhindern und die tägliche Verschmutzung zu stoppen, ist eine Abkehr von der Fixierung auf Erdöl. “Denn neben dem Schaden, der durch den Verbrauch fossiler Rohstoffe für das Klima entsteht, sind diese Umweltverschmutzungen ein weiterer Grund, aus der fossilen Energieversorgung auszusteigen. Wir brauchen daher eine konsequente Förderpolitik, die die Umstellung der Energieversorgung, der Wirtschaft und des Verkehrssektors auf erneuerbare Energien und ökologische Rohstoffe unterstützt.

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1 Kommentar
Windkraft oder Ölförderung, was bedroht die Nordsee
Serge Kratzert-Janssen 28.04.2014

eine wichtige Studie, die die Sorge um Aus- wirkungen von OffshoreWindenergie, wie Rammstoßgeräusche, die unsere Wale bedrohen oder in den Rotorflügel geflogenen Seevögeln geradezu klein erscheinen lassen. Die Ölkonzerne lieben das Thema Windkraft, solange es kritisch in den Medien präsent ist. Hier an d. Küste wird ein Blitzeinschlag in ein Windrad mit anschl. Brand des Generators von den Lokalzeitungen mit Viertelseite & Foto gewürdigt. Videos v. Mäuse- bussarden, die in das Rotorbl. fliegen, kursieren im Netz.Die ostfriesisischen Inseln klagen gegen Windparks, weil sichtbar!? Da wird seit Jahren d. kleinste Problem bei d. industriel. Nutzung d. Nordsee kritisiert-auch v.d. GRÜNEN

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