PalmölPalmölproduktion braucht Standards

Frauen rühren in einem Kessel, der auf einem Feuer steht, bei der Herstellung von Palmöl in Mesomagor in der Central Region von Ghana am 04.02.2014

Angesichts der gravierenden Schäden durch die internationale Palmölproduktion fordert die Fraktion von Bündnis 90/Grünen die Bundesregierung im Rahmen eines Antrags zu konkreten Maßnahmen auf, um die negativen Folgen des internationalen Palmölbooms zu stoppen.

Palmöl ist das meist produzierte Pflanzenöl weltweit. Seit 1990 hat sich die Produktion nahezu versechsfacht. Neben seiner Verwendung in Lebensmitteln wird Palmöl als billiger Rohstoff in Kosmetika, Waschmitteln und als Beimischung in Kraftstoffen verwendet. Die Palmölproduktion geht mit gravierenden sozialen und ökologischen Konsequenzen einher. Durch die Expansion industrieller Großplantagen kommt es zur Zerstörung von Regenwäldern, allein im vergangenen Jahr betraf dies 1,8 Million Hektar.

Auf den Großplantagen sind Menschenrechtsverletzungen und die Missachtung grundlegender Arbeitsrechte auf der Tagesordnung. Bei der Erschließung neuer Anbauflächen werden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gewaltsam vertrieben. Aktivistinnen und Aktivisten, die sich gegen die bestehenden Missstände zur Wehr setzen, werden vielerorts unterdrückt und sogar ermordet. Trotz der bekannten Probleme beim Palmölanbau, setzt die Bundesregierung weiterhin auf das freiwillige Engagement palmölverarbeitender Unternehmen. Verbraucherinnen und Verbrauchern sehen sich angesichts der breiten Verwendung von schwachen „Nachhaltigkeitssiegeln“ und dem Fehlen gesetzlicher Qualitätsstandards machtlos.

Unsere zentralen Forderungen sind:

  • Ein europäisches Importverbots für Palmöl, welches keine sozialen und ökologischen Mindeststandards erfüllt
  • Aufnahme der durch den Palmölanbau verursachten Umwelt-, Klima- und Gesellschaftskosten in den Produktpreis von Palmöl
  • Erarbeitung einer nationalen Reduktionsstrategie, um den deutschen Verbrauch von Palmöl langfristig zu senken
  • Biogene Kraftstoffe, die Palmöl enthalten, dürfen nicht mehr länger subventioniert und für die Erreichung der Klimaziele anrechenbar sein
  • Ausweitung der Kennzeichnungspflicht für kritische Produkte, die Palmöl enthalten wie Kosmetika, Waschmittel und biogene Kraftstoffe

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