TropenwälderRegenwald wird weiter vernichtet

Tropischer Regenwald
Trübe Aussichten für den tropischen Regenwald: Noch immer wird er in schwindelerregender Geschwindigkeit abgeholzt. Wir müssen den Raubbau stoppen. Die Regenwälder sind die Klimaanlage der Erde und die Schatzkammern für den Artenreichtum.

Seite 3: Hintergrund: Nachhaltiger Schutz

Energiepflanzenanbau nur mit strengen Kriterien

Bei internationalen Abkommen wie zum Beispiel im Zuge der Freihandelsabkommen mit Peru/Kolumbien sowie Zentralamerika haben wir uns dafür eingesetzt, dass die Problematik des zollfreien Imports von Palmöl offen gelegt wurde. Gegen die Ratifizierung der Abkommen haben wir und aktiv eingebracht und dabei häufig auf die Problematik der Regenwaldrodung für Palmölplantagen hingewiesen.

Raubbau am Wald für den Anbau von Agrosprit wird es mit uns Grünen im Bundestag nicht geben. Wir setzen uns in der EU dafür ein, dass der Import von Biomasse und landwirtschaftlichen Produkten an die Einhaltung strenger Umwelt- und Sozialstandards sowie die Beachtung von Menschenrechtskriterien gebunden wird. Dies bedeutet unter anderem, dass die Erzeugerländer nachweisen müssen, dass der Anbau von Pflanzen für den Export weder zur Zerstörung wichtiger Ökosysteme noch zu Vertreibungen führt und auch das Recht auf angemessene Nahrung der eigenen Bevölkerung nicht untergraben wird.

Wir fordern, dass der Anbau von Agrarprodukten in Entwicklungs- und Schwellenländern nur dann zu fördern ist (sei es durch deutsche Entwicklungszusammenarbeit oder durch internationale Entwicklungsbanken), wenn er ökologisch nachhaltig gestaltet wird, die Lebensbedingungen der Bevölkerung vor Ort verbessert werden und im Falle von Energiepflanzen Mischkultur mit Nahrungsmitteln stattfindet und primär zur lokalen Energienutzung eingesetzt wird.

Menschenrechte im Wald- und Klimaschutz stärken

Für uns geht Waldschutz und Klimaschutz Hand in Hand. Allerdings kann der Waldschutz nicht über den CO2-Zertifikatehandel geregelt werden. Daher ist es wichtig, dass wir die Aufnahme von CO2-Zertifikaten aus Forst- und Landwirtschaftsprojekten in Emissionshandelssysteme nicht unterstützen. Außerdem sind wir der Meinung, dass verbindliche „Safeguards“ notwendig sind, um Schäden von gut gemeinten Waldschutzprogrammen für die Bewohner und Nutzer des Waldes abzuwenden und die Weltbank im Falle einer nicht-Einhaltung zur Rechenschaft zu ziehen. Sie müssen ausgedehnt werden auf andere Bereiche (zum Beispiel Geschlechtergerechtigkeit), insbesondere das Prinzip der freiwilligen, vorherigen und informierten Zustimmung für indigene Völker (FCPF) gestärkt werden. Eine Aufweichung der Kriterien bzw. die fehlende Umsetzung lehnen wir Grünen entschieden ab.

Wir Grüne im Bundestag setzen uns dafür ein, dass das Menschenrechtskonzept des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auch für alle Klimaprojekte angewendet wird. Angesichts der Vertreibungen von KleinbäuerInnen und des Drucks auf Land ist klar, dass einzelne Waldschutzprojekte nur gelingen können, wenn eine integrierte Waldschutzstrategie und Landnutzungsplanung erfolgt, welche die elementaren Menschenrechte gewährleistet oder zumindest nicht weiter gefährdet. Es ist hoch fraglich, ob eine Einzelprojektfinanzierung – gerade im Kontext von Waldklimaprojekten und REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation [Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung]), durch die Bundesregierung überhaupt gefördert werden sollten, in Ländern, die bisher keinerlei ehrlichen Willen erkennen lassen, ihre Entwaldungsraten zu reduzieren und in denen derart große Landkonflikte fast unvermeidbar sind.

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