IWC-TagungWalschutz schlägt Wellen

Drei tote Zwergwale liegen an Deck des japanischen Walfangschiffes Nisshin Maru am 5. Januar 2014.

Anträge zu verbesserten Walschutz aber auch zum legalen Walfang stehen dieser Tage auf dem Treffen der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Slowenien. Die IWC hat seit nunmehr knapp 30 Jahren den kommerziellen Walfang verboten. Doch noch immer gibt es Schlupflöcher die schamlos ausgenutzt werden. So jagt Japan zu angeblich „wissenschaftlichen Zwecken“ Wale. Auch wenn jeder weiß, dass das Walfleisch auf dem Teller landet und viel Geld damit verdient wird.

Signal gegen den „wissenschaftlichen“ Walfang

Ein Meilenstein für den Walschutz war es, als im März 2014 der Internationale Gerichtshof in den Haag Japan den Walfang in der Antarktis untersagt hat. Japan kündigte daraufhin ein neues wissenschaftliches Forschungsprojekt antarktischen Walfang an. Doch so leicht macht es die IWC den japanischen Walfängern nun nicht mehr. Sie entschied, dass ein erneutes Vorhaben zunächst ihrem Wissenschaftsgremium vorgelegt werden muss. Das werten wir Grüne im Bundestag als einen guten Schritt.

Erfreulich ist auch, dass die EU zum ersten Mal deutliche Worte gegen den Walfang der Isländer gefunden hat. Bisher hatte sich die Europäische Union zurückgehalten, obwohl Island seit 2003 über 1.000 Wale primär für den japanischen Gaumen schlachtete und im März 2014 2.000 Tonnen Walfleisch nach Japan exportiert hat. Jetzt überreichte die EU Island eine Demarche, einen diplomatischen Einspruch, gegen ihre Walfangpraxis.

Auch Bundesregierung muss handeln

Oftmals werden deutsche Häfen dazu benutzt, Walfleischladungen umzuladen. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass der mögliche Rechtsrahmen ausgeschöpft wird und das Umladen des in Europa verbotenen Walfleischhandels auch für die Umschlagplätze in den Häfen gilt. In der Antwort auf unsere Kleine Anfrage zum Thema versteckt sich die Bundesregierung hinter fadenscheinigen Rechtsbegriffen, während ein Gutachten im Auftrag von Greenpeace die Möglichkeit der Rechtslage für ein Walfleischverbot in deutsche Häfen klar aufzeigt.

Leider hat die EU einem Antrag Grönlands für Walfangquoten zugestimmt. Während der Walfang - zu Recht - für indigene Gruppen zur Deckung des Eigenbedarfs erlaubt ist, hat Grönland nun legal eine Fangquote die weit über den Eigenbedarf hinausgeht. Das ist ein herber Rückschlag für den Walschutz und darf nicht achselzuckend hingenommen werde. Deutschland muss sich dafür einsetzen, dass nur angemessene, nach dem Bedarf der Inuit orientierte, Fangquoten erlassen werden.

Wir bilanzieren: gemischte Signale für den Walschutz aus Slowenien und man ist noch weit entfernt davon, den Walen das Überleben in unseren Ozeanen zu sichern.

Mehr zum Thema Biologische Vielfalt Naturschutz

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4392978