ArtenschutzWilderei ist organisierte Kriminalität

Asiatischer Elefant, Yala Nationalpark, Sri Lanka

In diesem Jahr wird zum ersten Mal am 3. März der „World Wildlife Day“ begangen, den die UN im Dezember 2013 ausgerufen hat, um die Wichtigkeit unserer Wildnis zu unterstreichen – und auch um die Aufmerksamkeit darauf zu richten, wie sehr wild lebende Tiere und Pflanzen durch Umwelt- und Naturzerstörung sowie durch organisierte illegale Wilderei bedroht sind.

Am 3. März wird auch - bereits seit 1973 - der „Internationale Tag des Artenschutzes“ begangen, weil an diesem Tag die Konvention zum Internationalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten (CITES oder auch Washingtoner Artenschutzabkommen genannt) zum Erhalt der Artenvielfalt ins Leben gerufen wurde. In dem Abkommen wird der internationale Handel - eine der Hauptgefährdungen für den Bestand wildlebender Tiere und Pflanzen - überwacht und reglementiert. Tiere und Pflanzen, die auf den Listen des Washingtoner Artenschutzabkommens stehen, genießen einen besonderen Schutz. Alle zwei Jahre wird auf der Mitgliedsstaatenkonferenz darüber verhandelt und gefeilscht, welche Tiere geschützt werden müssen - nicht immer geht es dabei um naturschutzfachliche Begründungen. Und oft muss sich der Artenschutz wirtschaftlichem Lobbyismus beugen.

International im Fokus: Nashorn und Elefant

So wurde zum Beispiel die Chance vergeben, mehr für die vom Aussterben bedrohten Nashörner zu tun: Das Horn von Nashörnern darf legal exportiert werden, wenn es als Jagdtrophäe deklariert ist. Diese legale Ausfuhr befeuert die illegale Wilderei, da für die illegalen Produkte teilweise die legalen Handelswege benutzt werden. Die Opfer der organisierten illegalen Wilderei waren letztes Jahr ca 1000 illegal getötete Nashörner, während bis 2008 in Südafrika jährlich nur rund 14 Nashörner getötet wurden. Das Horn des Nashorns ist auf Schwarzmärkten mehr wert als Gold. Der Markt des illegalen Handels mit wildlebenden Arten ist geschätzt 12 Milliarden Euro wert. Dafür wird selbst vor Mord nicht Halt gemacht. Mehr als 1.000 Wildhüter wurden in den letzten 10 Jahren in 35 verschiedenen Ländern ermordet. Für viele vom Aussterben bedrohte Arten, sind die Wildhüter das letzte - oft leider nur schwache - Schutzschild.

Während einige Elefantenpopulationen durch die Schutzmaßnahmen langsam wieder zunehmen, sind andere noch immer stark gefährdet. Der Afrikanische Elefant ist in 37 Ländern vertreten, jedoch in extrem unterschiedlicher Anzahl. Während Senegal nur eine zweistellige Tierpopulation hat, leben in Botswana mehr als 100.000 Elefanten. Das Überleben des Asiatischen Elefanten ist seit Jahren am meisten bedroht: Sein Lebensraum befand sich ursprünglich auf dem Gebiet zwischen Irak und China. In der Gegenwart befinden sich nur noch vereinzelte Populationen in 13 Ländern. Während sie noch oft als Haus- und Arbeitstier eingesetzt werden, sind sie in der freien Wildbahn vom Aussterben bedroht. Eine der Hauptbedrohungen neben der Elfenbeinjagd ist der Verlust des natürlichen Lebensraumes. Starke Kontrollen von Wilderei und illegalem Handel sind dringend notwendig, wenn der Asiatische Elefant nicht für immer ausgerottet werden soll.

Denn beim Elfenbein lässt sich ein ähnliches Bild wie beim Nashorn beobachten. Zwar dürfen in einigen afrikanischen Ländern Produkte aus Elfenbein hergestellt und gehandelt werden, jedoch nur unter strengen Auflagen. Trotzdem blüht der illegale Elfenbeinhandel. Im ETIS-Bericht (Elephant Trade Information System) von 2007 wurden jeden Monat 92 Fälle von illegalem Handel verzeichnet. Die Schmuggler und Wilderer haben ihre Strukturen professionalisiert und verfügen über weitreichende Finanzierung.

Gegen die illegale Wilderei muss endlich entschieden vorgegangen werden: Der Nährboden für den Handel muss ausgetrocknet werden, indem jeglicher Handel mit Nashorn oder Elfenbein sowie wild gefangenen Tieren verboten wird.

Doch auch in Deutschland sind viele Arten bedroht, auch sehr bekannte wie zum Beispiel Wolf, Luchs und Fischotter. Zwar gibt es bei diesen Arten erste Erfolge, diese werden aber nur Bestand haben, wenn auch in Deutschland Arten- und Biotopschutz ernster genommen werden.

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