ArtenschutzWilderei verhindern

Ein Nashorn im Etosha-Nationalpark in Namibia, Januar 2014

In den letzten Jahren haben das illegale Töten von Wildtieren und der damit verbundene illegale Handel – insbesondere mit Elfenbein und Horn – extrem zugenommen. Die Tiere werden verstärkt Opfer einer gut organisierten Wilderei-Mafia. Allein 2013 wurden in Südafrika über 1.000 Nashörner illegal getötet. 2007 waren es etwa 13 Nashörner.

Dramatisch ist es auch, dass Leib und Leben von Wildhütern zunehmend in Gefahr sind. Allein in den letzten zehn Jahren wurden mehr als 1.000 Wildhüter ermordet, die sich um den Schutz von Elefanten und Nashörnern verdient gemacht hatten Für viele vom Aussterben bedrohte Arten sind die Wildhüter das letzte, schwache Schutzschild.

Wilderei ist organisierte Kriminalität

Opfer sind nicht nur Tiere und Wildhüter, die Wilderei zieht noch viel größere Kreise. Sie gehört mittlerweile zu den fünf einträglichsten Sparten der international organisierten Kriminalität. Der illegale Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen wird mittlerweile auf einer Stufe mit Drogen-, Menschen- und Waffenhandel gestellt. Schmuggler und Zwischenhändler verdienen extrem gut, die Geschäfte florieren. Die Schmuggler- und Händlerringe haben ihre Strukturen professionalisiert und verfügen über weitreichende Finanzen sowie hochtechnisierte Ausrüstungen. Oftmals finanzieren sich kriminelle Kartelle, Terrorgruppen und Bürgerkriegsparteien aus den Erlösen des illegalen Wildtierhandels. Das Horn des Nashorns ist auf den Schwarzmärkten mittlerweile mehr wert als Gold. Die Wilderei ist mit ihren geschätzten Milliardengewinnen ein einträgliches Geschäft geworden.

Bundesregierung muss handeln

In dem von uns initiierten interfraktionellen Antrag bekennt sich die Koalition gemeinsam mit uns Grünen zu der Tatsache, dass die Wilderei zu einem großen Problem geworden ist. Auch bekräftigt die Bundesregierung zum ersten Mal, dass ein Elfenbeinhandelsverbot nötig ist. Diese Forderung kann der deutschen Delegation auf dem Treffen zur Artenschutzkonvention (CITES) im Juli 2014 den Rücken stärken, sich gegen einen geforderten Entscheidungsmechanismus für den Verkauf von Elfenbein einzusetzen. Daran muss sich die Bundesregierung nun messen lassen. Außerdem muss sie Sorge tragen, dass in den nächsten Haushaltverhandlungen zusätzliches Geld für Maßnahmen und Projekte zum Stopp der Wilderei zur Verfügung gestellt werden, denn das haben die Haushälter der Koalition für diesen Antrag verhindert.

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