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Der Wolf in DeutschlandWolf und Herdenschutz in Einklang bringen

Ein europäischer Grauwolf mit Welpen
Über kein Tier wird im Moment so heiß diskutiert wie über den Wolf. Die Politik ist nun gefordet, einen stabilen Wolfsbestand und eine sichere Weidentierhaltung in Einklang mit einander zu bringen. Denn die Rückkehr des Wolfes darf nicht dazu führen, dass die Freilandhaltung von Tieren eingeschränkt werden muss. Die grüne Bundestagsfraktion hat ein Maßnahmenpaket zu Gunsten von Wolf, Schäfer und Bäuerin vorgestellt, denn ein konfliktarmes, wenn auch nicht konfliktfreies Miteinander, ist möglich.

Über kein Tier wird im Moment so heiß diskutiert wie über den Wolf. Keine Zeitung, die nicht schon ausführlich über den Wolf berichtet hätte, und kein Treffen bei NaturschützerInnen, JägerInnen und WeidetierhalterInnen, bei denen der Wolf nicht für Gesprächsstoff gesorgt hätte. Auch im Bundestag ist die Wolfsdebatte nun angekommen. Am 18. April werden die Abgeordneten mit geladenen ExpertInnen über die Zukunft des Wolfes diskutieren.  

Mit der Rückkehr des Wolfes sind neue gesellschaftliche Herausforderungen für das Zusammenleben zwischen einem Wildtier und dem Menschen entstanden, für die es gute und vor allem funktionierende Lösungen braucht. Nur so wird der Wolf eine Chance haben, seinen angestammten Platz in unserer Kulturlandschaft wiederzufinden und dauerhaft Akzeptanz zu erfahren.

Wolf und Weidetierhaltung in Einklang bringen

Die Politik ist nun gefordert, einen stabilen Wolfsbestand und eine sichere Weidehaltung in Einklang miteinander zu bringen. Denn die Rückkehr des Wolfes darf nicht dazu führen, dass die Freilandhaltung von Nutztieren eingeschränkt werden muss. Wir brauchen die Schafe auf den Almen, die Kühe auf den Weiden und die Rinder, die durch ihre Beweidung artenreiches Grünland erhalten, viele seltene Habitate und Arten schützen. Schon jetzt können diese Betreibe aber oft kaum kostendeckend arbeiten, da ihre Leistung für den Natur- und Tierschutz durch die bestehende Agrarförderung nicht annähernd honoriert wird. Die Schäferinnen und Schäfer sowie die Bäuerinnen und Bauern können zusätzliche Kosten für einen Herdenschutz sowie wirtschaftliche Schäden durch Wolfsrisse nicht mehr auffangen. Diese Schäden können der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Symbolpolitik: Den Wolf zum Abschuss frei geben, ist keine Lösung

Aber anstatt nach Instrumenten für diese Betroffenen zu suchen, wird der Wolf nun von einigen zum Gejagten gemacht. Es ist reine Schaufensterpolitik, wenn die Aufnahme ins Jagdrecht und der erleichterte Abschuss gefordert werden. Damit ist aber noch keinem einzigen Schäfer geholfen, keine Bäuerin hat davon einen Nutzen. Die Forderung nach Abschuss lenkt von den eigentlichen Herausforderungen ab: nämlich Innovationen im Herdenschutz und die finanzielle Stütze der weidetierhaltenden Betriebe.

Der Wolf unterliegt dem strengen Artenschutz und darf das ganze Jahr über nicht geschossen werden. Bei Wölfen mit atypischem Verhalten, die nach geltendem Recht geschossen werden dürfen, würde das Jagdrecht nur zu komplizierteren Abstimmungsprozessen zwischen den jeweiligen Behörden führen. Alle Forderungen in diese Richtung sind reine Symbolpolitik, unverantwortlich und lösen keine Konflikte.

Maßnahmenpaket: Mit Lösungen für Schäfer, Bäuerin und Wolf

Mit der Präsenz des Wolfes wird ein flächendeckender und standortangepasster Herdenschutz notwendig. Nur durch gute Prävention und eine schnelle, unbürokratische Kompensation von Wolfsübergriffen auf Nutztiere kann die Koexistenz von extensiver Weidetierhaltung und Wölfen funktionieren. Dafür brauchen die Schäferinnen und Bauern unsere Unterstützung, und zwar schnell, unbürokratisch und in ausreichender Höhe. Dafür setzen wir uns ein, denn das kommt vor Ort den Weidetierhaltern zu Gute. Außerdem müssen die wirtschaftlichen Bedingungen für WeidetierhalterInnen grundsätzlich verbessert werden, das geht nur durch ein Umsteuern in der Agrarförderung: Weg von Massentierställen und hin zu natur– und tierfreundlichen Halteformen. Wir haben ein ganzes Maßnahmenpaket zu Gunsten von Wolf, Schäfer und Bäuerin vorgestellt. Denn ein konfliktarmes, wenn auch nie konfliktfreies Miteinander ist möglich.

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