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ZivilgesellschaftFreiwilligendienste ausbauen und stärken

Eine junge Frau in einem Klassenraum
Tausende Freiwillige finden Jahr für Jahr keinen Platz bei FSJ und FÖJ. Wir wollen das umgehend ändern und die Wertschätzung für die Leistung der Freiwilligen erhöhen.

Freiwilliges Engagement ist der Kern einer lebendigen Zivilgesellschaft und stärkt das Rückgrat unserer Demokratie. Es ist skurril, dass die Union über die Einführung einer sozialen Dienstpflicht debattiert, während jedes Jahr tausende motivierte Freiwillige keinen Platz für freiwilliges Engagement bekommen. Das betrifft sowohl den Bundesfreiwilligendienst, der seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 den Zivildienst ersetzt, als auch die etablierten und beliebten Jugendfreiwilligendienste freiwilliges soziales Jahr (FSJ) und freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ).

Zahl der angebotenen Plätze verdoppeln

In unserem Antrag fordern wir, die Plätze für Freiwilligendienste auf 200.000 pro Jahr zu verdoppeln. Wir möchten, dass alle Menschen, die sich engagieren wollen, auch die Möglichkeit dazu bekommen. Das ist im Moment nicht der Fall. Mit dem deutlichen Ausbau machen wir gesellschaftlichen Zusammenhalt erlebbar. Freiwillige gibt es in so vielen Bereichen, in denen ehrenamtlicher Einsatz das Gemeinwohl mehrt: in Kitas, Unterkünften für Geflüchtete, in Jugendzentren, in Pflegeeinrichtungen an Schulen und so vielen weiteren Orten, an denen die Solidargemeinschaft sichtbar wird.

Freiwilligendienste müssen allen offenstehen

Um Freiwillige aus allen Gruppen der Bevölkerung zu gewinnen, regen wir für junge Menschen, die noch nicht volljährig sind, die Prüfung eines speziellen U18-Freiwilligendienstes an. Damit könnte auch Schulabgängern mit mittlerer Reife oder Auszubildenden die Möglichkeit eines Freiwilligendienstes offenstehen.
Die Freiwilligendienste für alle zu öffnen bedeutet auch, sie inklusiver zu gestalten. Dafür muss der Bund aber etwaige Mehrbedarfe von Freiwilligen mit Behinderung, etwa für notwendige Assistenzleistungen wie eine engere Betreuung, übernehmen.
Damit die Möglichkeit des freiwilligen Engagements in Zukunft weniger von der Herkunft abhängig ist, möchten wir, dass das Taschengeld nicht mehr auf die Bedarfsgemeinschaft von Familien, die Leistungen nach SGB II oder SGB XII beziehen, angerechnet wird,.

Mehr als Zivildienstersatz

Der Bundesfreiwilligendienst benötigt eine langfristige Perspektive. Relikte aus der Zeit des Zivildienstes wie die Bildungszentren des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) müssen flexibler auf die Bedürfnisse der Träger und der Freiwilligen ausgerichtet werden.  Dazu gehört auch, den Trägern die Möglichkeit zu bieten, das Bildungsprogramm entlang der Richtlinien des Bundes selbst umzusetzen. Dadurch kann das begleitende Bildungsprogramm individualisiert und qualitativ aufgewertet werden. Ein Bildungsprogramm, das individuell von den Trägern auf die Freiwilligen zugeschnitten wurde, bringt einen deutlichen Mehrwert gegenüber der allgemeinen und mitunter beliebigen Seminarwoche.

Danke sagen

Es geht uns aber auch darum, das freiwillige Engagement anzuerkennen. Wir finden: Wer ein Jahr seines Lebens der Gemeinschaft stiftet, dem können wir als Gemeinschaft auch mal von ganzem Herzen „Danke!“ sagen. Nach ihrem einjährigen Dienst sollen junge Freiwillige ein Interrail-Ticket bekommen und mit einer internationalen Reiseerfahrung belohnt werden.

Freiwilligkeit wirkt oft lebenslang

Mit diesen Maßnahmen können die Freiwilligendienste jungen und älteren Menschen weiterhin eine neue Perspektive ins Leben bringen. Die Einsatzstellen profitieren enorm davon, wenn die Engagierten freiwillig und mit Motivation bei der Sache sind, statt zwangsrekrutiert Dienst leisten zu müssen. Die Engagementforschung zeigt deutlich: Wer sich früh fürs Gemeinwohl engagiert, der bleibt oft ein Leben lang dabei. Die Freiwilligkeit ist dabei der Schlüssel.

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