DemografiekonferenzGemeinsam für Morgen

GEMEINSAM FÜR MORGEN– Demografie-Konferenz am 10.02.2017

Seite 10: Weltcafé 9 Gut versorgt! Gesundheit und Pflege

Menschen in Deutschland haben eine der höchsten Lebenserwartungen weltweit. Für immer mehr Menschen sind die gewonnenen Lebensjahre erfüllte Jahre, in denen sie ihr Leben selbstbestimmt gestalten wollen. Die steigende Lebenserwartung stellt uns im Pflege- und Gesundheitsbereich aber auch vor Herausforderungen. Wer krank ist oder pflegerische Unterstützung benötigt, muss sich sicher sein können, vor Ort professionelle und koordinierte Hilfe zu erhalten. „Gesundheit und Pflege müssen zusammen gedacht werden“, forderte Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag. Nur mit einem vernetzten Hilfekonzept können langjährige und chronische Versorgungsbedürfnisse gedeckt werden. Neben Familie, Nachbarschaftshilfe und bürgerschaftlichem Engagement spielt dabei das Pflegepersonal eine zentrale Rolle. Die Arbeitsbedingungen in diesem Beruf müssen dringend verbessert werden, damit wir den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft begegnen können. Wichtig ist zudem, dass Austausch und Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen den Angehörigen verschiedener Gesundheitsberufe stattfinden. Pflegekräfte und Angehörige therapeutischer Berufe sollten mehr Kompetenzen erhalten. Unterstützung brauchen zudem Familien, die sich um ihre pflegebedürftigen Verwandten kümmern, betonte Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey von der Charité Berlin: „Angehörige sind der Pflegedienst Nr. 1.“ Das grüne Modell der PflegeZeitPlus soll allen die Möglichkeit geben, für drei Monate aus dem Beruf auszusteigen und sich ohne Einkommensverlust um die Pflege von Angehörigen zu kümmern. Die Debatten im Weltcafé zeigten jedoch auch: Bei den Diskussionen um ein gutes, möglichst gesundes Leben im Alter darf die soziale Komponente nicht aus dem Blick geraten. Menschen aus ärmeren Verhältnissen haben eine deutlich geringere Lebenserwartung und sind häufiger krank als wirtschaftlich besser gestellte Menschen. Gesundheitsförderung vor Ort und eine Gesundheits- und Pflegepolitik, die den Mensch in den Mittelpunkt stellt, ist deswegen nicht zuletzt eine Frage der Gerechtigkeit.

Poetry-Slammerin Svenja Gräfen über das Alter

Nach den einleitenden Reden, diskutierten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in elf verschiedenen Weltcafés. Hier sind die Berichte dazu:

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