DemografiekonferenzGemeinsam für Morgen

GEMEINSAM FÜR MORGEN– Demografie-Konferenz am 10.02.2017

Seite 4: Weltcafé 3 Bildungsgerechtigkeit in der Einwanderungsgesellschaft

Özcan Mutlu MdB, Sprecher für Bildungspolitik, hat sich gemeinsam mit Ellen Kollender von der Helmut Schmidt Universität Hamburg darüber ausgetauscht, was Bildungsinstitutionen leisten müssen, um allen hier lebenden Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden. Klar wurde, dass kulturelle Kompetenzen für alle AkteurInnen bedeutsam sind. Die TeilnehmerIinnen berichten von guten Erfahrungen mit KulturmittlerIinnen, die Kitas und Schulen besuchen.

Uneinigkeit herrschte über die Frage, ob dies ehrenamtlich geleistet werden soll (als Teil des Zusammenwachsens durch bürgerschaftliches Engagement) oder ob dafür entlohnte Stellen geschaffen werden müssen.

Ellen Kollender wies darauf hin, dass institutionalisierte Diskriminierung ein zentraler Aspekt ist, der zu Bildungsungerechtigkeit führt. Zu den Kernaufgaben der Schule gehört es, mit den unterschiedlichen Sprachen der Kinder umzugehen. Dem inklusiven Ansatz folgend, sollten Schulen alle Kinder so früh wie möglich (siehe Willkommensklassen) gemeinsam unterrichten. Ein wichtiger Bestandteil zu mehr Bildungsteilhabe ist die Elternarbeit. Dabei dürfen die Elternhäuser aber nicht aus einer Defizitperspektive betrachtet werden. Unterschiedliche Sprachen und Kulturen sind Chancen und keine Makel.

Das Augenmerk sollte sich primär auf Schulzufriedenheit richten. Eine Orientierung ausschließlich an Leistungsstudien ist nicht ratsam, Konkurrenzdruck und Autonomisierung der Schulen führen zu Segregationstendenzen. Insgesamt waren sich die TeilnehmerInnen einig, dass mehr Investitionen in Bildung fließen müssen, damit Herkunft und Schulerfolg voneinander entkoppelt werden. In den Gesprächsrunden herrschte Einigkeit darüber, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern im schulischen Bereich sinnvoll ist.

Poetry-Slammerin Svenja Gräfen über das Alter

Nach den einleitenden Reden, diskutierten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in elf verschiedenen Weltcafés. Hier sind die Berichte dazu:

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