Antrag: Partizipation und Teilhabe im AlterSelbstbestimmt und aktiv älter werden

"Leipziger Steppladies" proben für eine Auftritt
"Leipziger Steppladies" proben für einen Auftritt. Altern hat sich verändert. Wir leben heute deutlich länger, wir sind gesünder und länger aktiv. Aber die Zahl der älteren Menschen steigt. Es ist aber auch eine politische und gesellschaftliche Herausforderung, älteren Menschen ein selbstbestimmtes Altern zu ermöglichen. Wie dies gelingen kann, zeigt die grüne Bundestagsfraktion in ihrem Antrag " Partizipation und Selbstbestimmung älterer Menschen".

Die grüne Bundestagsfraktion versteht sich als Anwältin der Generationengerechtigkeit. In der Demografiepolitik ist es uns wichtig, jedes Lebensalter und dessen besondere Bedarfe in den Blick zu nehmen. Zum Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober wollen wir auf deren Interessen hinweisen.

Wir haben das Glück, dass das Alter heute so bunt und vielfältig ist wie noch nie. Leider findet dies nicht immer Ausdruck in den Bildern vom Alter unseren Köpfen, die oftmals von Defiziten geprägt sind. Das sollten wir ändern.

„Partizipation und Selbstbestimmung älterer Menschen stärken“

Die grüne Bundestagsfraktion fordert die Bundesregierung in ihrem Antrag: „Partizipation und Selbstbestimmung älterer Menschen stärken“ auf, eine Strategie des „aktiven Alterns“ zu entwickeln und umzusetzen. Diese sollte älteren Menschen Teilhabe, Partizipation und Selbstbestimmung ermöglichen. Voraussetzung dafür ist eine solide finanzielle Absicherung. Daher brauchen wir eine Garantierente, die gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht und sichert.

Wenn wir die Lebenswelten älterer Menschen betrachten, gibt es noch mehr Herausforderungen, die deutlich machen wie wichtig eine umfassende Strategie für ein „aktives Altern“ ist, die wir in unserem Antrag fordern:

  • Wohnung: Als grüne Bundestagsfraktion wollen wir den Menschen ermöglichen, so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden oder in ihrer gewohnten Umgebung zu leben. Dafür bedarf es eines enormen Ausbaus von barrierefreien Wohnungen. Z.B. sollte sich das KfW-Programm „Altersgerechtes Umbauen“ an den tatsächlichen Bedarfen orientieren.
  • Leben im Quartier: Ein Förderprogramm LIVE „Lotsen-, Informations- und Vernetzungsbüros“ könnte Angebote vor Ort bündeln, Bestehendes vernetzen und Neues anstoßen. LIVE wäre Ansprechpartner für altersgerechtes Wohnen, Weiterbildung, Engagement, Pflege und soziale Sicherung. Als Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Alter könnte LIVE für mehr Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe im Wohnviertel sorgen.
  • Mobil auch ohne eigenes Auto: In Bussen und Bahnen müssen die Barrieren konsequenter abgebaut werden, um allen mobilitätseingeschränkten Menschen – sei es die Seniorin mit dem Rollator oder der Vater mit dem Kinderwagen – eine gute Fahrt zu ermöglichen. Ein ansprechendes ÖPNV-Angebot sollte darüber hinaus kombinierbar sein mit Bürgerbussen, Carsharing oder (elektrischen) Leihrädern.
  • Pflege: Die Kommunen kennen die Situation vor Ort am besten. Daher sollten auch sie stärker in die Organisation von Pflege und Gesundheit einbezogen werden. Als grüne Bundestagsfraktion wollen wir sie in die Lage versetzen, tragfähige Hilfenetze knüpfen zu können. Um als pflegebedürftiger Mensch weiterhin selbstbestimmt leben zu können, sind der Anspruch auf ein individuelles Fallmanagement und Wahlfreiheit von pflegerischen Dienstleistungen erforderlich, um auf persönliche Wünsche und Bedürfnisse einzugehen.

Die grüne Bundestagsfraktion ist davon überzeugt: Generationengerechtigkeit geht nur gemeinsam. Wenn wir heute für ein gutes Miteinander der Generationen sorgen, wird unsere Zukunft enkeltauglich.

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