Klima statt KohleFragen und Antworten: Energiewende

Männer installieren Solarpanels auf einem Dach

Seite 5: WIE WOLLEN DIE GRÜNEN DIE STROMVERSORGUNG SICHERSTELLEN, WENN DER WIND NICHT WEHT UND DIE SONNE NICHT SCHEINT?

Die grüne Bundestagsfraktion ist davon überzeugt, dass eine immer stärker auf Wind- und Solarstrom ausgerichtete Stromversorgung ohne Kohlekraftwerke auskommen wird. Das alte System aus zentralen Großkraftwerken sowie ergänzenden erneuerbarer Energien trägt für die Zukunft nicht, da es hohe Kosten verursacht und klimaschädlich ist.

Unser Ziel ist es, möglichst rasch vollständig auf erneuerbar erzeugten Strom umzusteigen. Dazu müssen wir weg von der "Grundlast"-orientierten Sichtweise und hin zu einem auf Flexibilität ausgerichteten Stromsystem. Der Strom kommt darin vor allem aus Wind- und Solarenergie, abgesichert durch Gaskraftwerke, später dann immer mehr durch steuerbare erneuerbaren Energien, Speicher und gezieltes Lastmanagement. Zudem braucht es leistungsfähige und intelligent gesteuerte Stromnetze, um Strom schnell von den Erzeugungsregionen in die Verbrauchszentren zu leiten.

Der heutige Strommarkt ist nicht geeignet, um ein solches System zu schaffen. Heute bereits werden gerade effiziente und flexible Gas-Kraftwerke mehr und mehr aus dem Markt gedrängt. Nicht zuletzt durch die extrem niedrigen CO2-Preise sind sie gegenüber klimaschädlichen Braunkohlekraftwerken benachteiligt und stehen immer häufiger still. Um dies zu ändern, bedarf es einer Novelle des zusammengebrochenen Emissionshandels auf europäischer Ebene. Deshalb wollen wir zwei Milliarden überschüssige Emissionszertifikate vom Markt nehmen und auf EU-Ebene ein ambitioniertes CO2-Minderungsziel von mindestens 30 % bis 2020 und mindestens 55 % bis 2030 verankern.

Parallel dazu wollen wir das "Strommarktdesign" verändern. Flexible und klimafreundliche Technologien zur Absicherung der Stromversorgung sollen über einen ökologischen Flexibilitätsmarkt gefördert werden, d. h. sie erhalten zusätzlich zum Verkauf der erzeugten Energie auch eine Prämie für die bereitgestellte Leistung. Die Höhe der Prämie soll sich am Markt bilden und über Ausschreibungen ermittelt werden. Neben Gas-Kraftwerken sollen sich hierbei auch steuerbare erneuerbare Energien (Biomasse, Wasserkraft), Lastmanagement und Speicher beteiligen können, nicht jedoch Kohlekraftwerke. Dadurch kann der Strommarkt die richtigen Impulse für dringend benötigte Investitionen in effiziente und flexible Backup-Kapazitäten im Stromsektor erbringen.

Mehr zum Thema Energie

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4391098