Klima statt KohleFragen und Antworten: Energiewende

Männer installieren Solarpanels auf einem Dach

Seite 8: WAS SAGEN DIE GRÜNEN ZU DEN WACHSENDEN PROTESTEN GEGEN WINDKRAFTANLAGEN?

Der Erhalt der Artenvielfalt und der Ausbau der erneuerbaren Energien sind für uns Grüne im Bundestag gleichberechtigte politische Prioritäten. Beide müssen und können miteinander in Einklang gebracht werden. Verantwortliche Politik bietet Lösungen für diese Zielkonflikte anstatt sie zu schüren. Es gibt real existierende Konflikte zwischen Naturschutz und der Nutzung erneuerbarer Energien. Diese müssen sachlich debattiert werden und Lösungen gefunden werden. Einer Instrumentalisierung dieser Konflikte, um die Energiewende auszubremsen, werden wir uns deutlich entgegen stellen. Wir sind überzeugt, dass sich ein Großteil der Konflikte einvernehmlich lösen lässt.

Zum Beispiel ist das Spannungsfeld Offshore-Windenergie und Naturschutz in der Praxis lösbar, wenn beim Ausbau der Offshore-Windenergie Korridore für Zugvögel erhalten bleiben. Dabei können die Anlagen zeitweise abgeschaltet werden, wenn große Vogelschwärme durchziehen. Beim Bau der Anlagen muss Rücksicht z. B. auf die geschützten Schweinswale genommen werden, etwa durch schallminimierende Techniken. Wenn künftig zwischen den Windanlagen nicht mehr gefischt wird, kann mittelfristig sogar ein Plus an Biodiversität und Naturschutz entstehen.

An Land gehören Windenergieanlagen nicht in Naturschutzgebiete, Nationalparks oder naturnahe und artenreiche Wälder. Diese dürfen nicht durch weitere Nutzungen - auch Windenergieanlagen - beeinträchtigt werden. Nicht zuletzt die Quartiere und Jagdgebiete von Fledermäusen gilt es vor Beeinträchtigungen durch die Windkraftnutzung zu schützen. Das sind nur einige Beispiele wie der Ausbau von erneuerbaren Energien konkret mit Rücksicht auf die Natur gestaltet werden kann und muss.

Um die Konflikte zu lösen, bedarf es ehrlicher Debatten innerhalb der Energiewirtschaft und innerhalb der Umweltbewegung sowie frühzeitige Einbeziehung von Naturschutzverbänden sowie Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Dazu braucht es auch qualifizierte Vermittler, wie etwa die geplante "Kompetenzstelle Naturschutz und Energiewende", die so ausgerichtet und ausgestattet werden muss, dass sie zwischen dem Ausbau der Erneuerbaren und Naturschutzbelangen wirksam vermitteln kann. Unserer Ansicht nach wird es nur mit umfassender Beteiligung und fachlich qualifiziertem Input gelingen, die heutigen Probleme zu überwinden.

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