Klima statt KohleFragen und Antworten zur Energiewende

Windräder in Mecklenburg-Vorpommern

Seite 10: Stromtrassen verschandeln die Landschaft, das möchte doch niemand vor seiner Haustür oder in seinem Urlaubsort sehen.

Das stimmt. Wir wollen deshalb regionale Lösungen unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, wo immer möglich sollen Erdkabel eingesetzt werden. Ohnehin wollen wir nur so viel Netzausbau wie für eine besseres Energieversorgung wirklich nötig ist.

Strom wird gebraucht – egal ob gerade der Wind weht oder die Sonne scheint. Deshalb muss das Stromnetz in Deutschland sicherstellen, dass der Strom auch künftig von den Erzeuger-Gebieten (zum Beispiel norddeutscher Windstrom) dorthin transportiert wird, wo er gerade gebraucht wird. Dafür muss das vorhandene Leitungsnetz ergänzt werden. Das Höchstspannungsnetz wird dafür von knapp 35.000 Kilometern auf bis zu 39.000 Kilometer erweitert. Und selbst ohne die Energiewende wäre eine Modernisierung und Ausbau der Stromnetze erforderlich, da im Stromnetzbereich ein riesiger Investitionsstau herrscht.

Da selbstverständlich niemand Hochspannungsleitungen vor seiner Haustüre haben will, müssen aus grüner Sicht drei Dinge sichergestellt werden:

  1. Nur für Energiewende und sichere Stromversorgung nötige Leitungen dürfen gebaut werden. Das soll der Bundesnetzplan, der alle drei Jahre aktualisiert wird, sicherstellen.
  2. Umweltverbänden und betroffenen BürgerInnen müssen frühzeitig und umfassend beteiligt werden. So kann die jeweils menschen- und umweltverträglichste Trasse gefunden und eine hohe Akzeptanz erreicht werden.
  3. Menschen- und umweltverträgliche Bauweise: das bedeutet ausreichender Abstand von Wohnhäusern und Schutzgebieten, in vielen Fällen Umwege und Erdkabel statt Freileitungen.

Gerade die Punkte 2 und 3 sind in sehr vielen Planungen leider bisher nicht ausreichend berücksichtigt. Wir Grüne im Bundestag wollen hier die Rechte der AnwohnerInnen und der Natur durchsetzen.

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