Fossile BrennstoffeKein Geld mehr für Klimakiller

Kohlekraftwerke Niederaußem und Frimmersdorf

Von: Anton Hofreiter

Die Ankündigung des Rockefeller Family Funds (externer Link) hat Wucht: Keine Aktien mehr für Exxon mit der Begründung: "While the global community works to eliminate the use of fossil fuels, it makes little sense-financially or ethically-to continue holding investments in these companies." Es macht also weder finanziell noch ethisch Sinn, weiter in Unternehmen zu investieren deren Geschäftsmodell auf fossilen Brennstoffen basiert.

Die Divestment-Bewegung gewinnt so weiter an Kraft. Mehr als 180 Fonds, Kommunen, Religionsgemeinschaften, Bildungseinrichtungen oder Versicherungen weltweit entziehen Öl, Gas und Kohle die finanzielle Basis und investieren lieber in Erneuerbare Energien. Die Logik ist selbst für die Ökonomen simpel, die nichts für Klimaschutz übrig haben: Ein Investor zieht sein Geld dann zurück, wenn er annimmt, , dass seine Aktie an Wert verliert. Das ist bei Investitionen in Kohle, Öl und Gas mittel- bis langfristig der Fall. Bei Kohle - wie RWE zeigt - hat die Talfahrt sogar schon längst begonnen.

Der Vertragstext auf der Klimakonferenz von Paris war sehr deutlich: Wir müssen die Erderwärmung auf unter 2 Grad, besser 1,5 Grad, begrenzen. Und der Weltklimarat IPCC flankiert: Dafür müssen zwei Drittel der Vorräte an Öl, Gas und Kohle im Boden bleiben. Der Trend ist gesetzt und die Absatzbewegungen von den Konzernen der Fossilen Energien werden zunehmend Wirkung zeigen. Geld, das bisher Exxon, Shell oder BP am Laufen hält, wird nachhaltig investiert. So wird aus Geld, das bisher ein Teil des Problems war, ein Teil der Lösung.

Immer mehr Investoren erkennen die Zeichen der Zeit. Umso wichtiger, dass auch die Bundesregierung dieses Thema nicht einfach aussitzt - zum Schaden des Klimas und der Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie muss sich endlich um die Pensionsfonds kümmern, die sie betreut, und eine bessere Transparenz von Geldanlagen durchsetzen. Damit jeder Anleger erkennen kann, ob er zukunftsfähig anlegt oder sein Geld in den Sand setzt.

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6 Kommentare
Kommunen
Dietmar Stummer 25.03.2016

Lieber Toni,ich finde es sehr lobenswert das die Bundes-Grünen sich offensichtlich der wichtigsten globalen Herausforderungen überhaupt - dem Klimawandel zu bekämpfen,annehmen!!
Leider,hat sich das Instrument Divestment noch nicht in allen grünen Kreisverbänden herumgesprochen.Denn vor allem in NRW in Städten mit RWE (außer in Münster)beteiligung treten die verantwortlichen Grünen mitunter als bremser auf,wenn es ums kommunale Devistment geht.

@ Dietmar Stummer
Dr. Horst Denzer 29.03.2016

Was durch sogenannte erneuerbare Energien eher verschlimmert als verbessert wird : Rio de Janeiro und Sao Paulo haben durch übermäßige Abholzung des Regenwaldes und undichte Wasserleitungen bereits Versorgungsprobleme mit Trinkwasser - und dies in einem wasserreichen Land aber Kleingeister wie Sie,
Herr Stummer glauben, dass CO2 das alleinige Übel ist - Ihre Kleingeistigkeit ist unerträglich !!!

Grüne machen Politik gegen Naturgesetze
Nichtwähler 29.03.2016

Wer Öl, Gas und Kohle das Investment entzieht, entzieht der aufgeblasenen Weltbevölkerung die Existenzgrundlage. Diese Bevölkerungsblase wird eines Tages platzen und die Politik der grünen Chefidiologen ist geplanter Massenmord im Milliardenbereich. Es wird kein grünes Utopia mit über 7 Milliarden Menschen geben. Nicht nur ist Plastik ein Ölderivat auch werden tonnenschwere Ersatzteile für "grüne" Technologie nicht mit dem Eselkarren transportiert werden können. Herr Hofreiter ist entweder dumm oder ignorant. Wie bei so vielen Grünen wahrscheinliche eine Kombination aus Beidem. Ausserdem steht der Platzhirsch im grünen Business SunEdison kurz vor der Pleite.

"Klimakiller"?
Gast***** 01.04.2016

"Klimakiller"? Die Grünen glauben immer noch, dass man einen Durchschnittswert für Temperatur und Niederschläge töten kann.

Außerdem wollen "die Grünen" den armen Pflanzen ihr knappes und lebensnotwendiges CO2 wegnehmen.
Zum Glück werden die Grünen dies nicht schaffen weil die homöopathischen CO2 Emissionen der Menschen irrelevant sind im Vergleich zum natürlichen CO2.

Ansonsten volle Zustimmung für Dr. Horst Denzer und Nichtwähler.

For CSU
Horst Seehofer 07.04.2016

Ihre Seite Ist Sehr Schlecht Aufgebaut

Jürgen Habermas und globale Erwärmung
Dr. Horst Denzer 07.04.2016

Jürgen Habermas ist seit Mitte des 20. Jahrhunderts der Guru aller Linken und Grünen in den marktwirtschaftlich geprägten Ländern dieser Erde - was er sagt, hat selbst Gewicht bei der Bundesregierung. Aber selbst Habermas warnt davor, Klimaveränderungen nur monokausal zu betrachten. Auch einer seiner besten und inzwischen verstorbenen Freunde, ein weltweit bekannter Philosoph, Ulrich Beck hatte vor wenigen Jahren einen in 35 Sprachen übersetzten Bestseller mit dem Titel "Risikogesellschaft" herausgegeben, welcher die momentanen gesellschaftlichen Veränderungen in den westlichen Demokratien sehr gut beschreibt. Das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert des Terrorismus !

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