FachgesprächKWK-Förderung neu ausrichten

Biogasanlage mit Rapsfeld

2015 steht eine Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) an, das die Förderung dieser energiesparenden Kraftwerkstechnologie regelt. Dabei stellt sich nicht nur die Frage, ob und wie die Förderung hocheffizienter KWK künftig weitergeführt werden soll, sondern auch, welche Rolle diese Technologie im Umbauprozess hin zu einer vollständig regenerativen Energieversorgung in den kommenden Jahren spielen kann. Um diese Fragen zu diskutieren, waren am 12. November 2014 rund 50 TeilnehmerInnen der Einladung der grünen Bundestagsfraktion zu einem Fachgespräch gefolgt.

KWK schützt das Klima

In seiner Begrüßung stellte Fraktionsvize Oliver Krischer heraus: KWK stellt aus Sicht der Grünen eine CO2-arme Energieversorgungsoption für den Übergang zu 100 Prozent Ökostrom dar. Daher gehe es bei der anstehenden Gesetzesnovelle darum, die Stellschrauben so zu justieren, dass die KWK optimal mit den Zielen der Energiewende – Klimaschutz und Umstieg auf Erneuerbare – zusammenpasse.

Sabine Gores vom Öko-Institut betonte, dass der weitere Einsatz der KWK den Strom- und Wärmebedarf insgesamt reduzieren müsse. Mit Kohle betriebene KWK-Anlagen passten mit ihrem hohen CO2-Ausstoß nicht zu den Klimazielen. Die Förderbedingungen für KWK müssten sich künftig klar nach der CO2-Reduktion auszurichten, nach Brennstoffen differenziert werden und den Beitrag der jeweiligen Kraftwerke zur Systemstabilität einbeziehen. Das Öko-Institut schlägt dafür ein Hybridmodell vor, in der sich der Förderbetrag für ein Kraftwerk aus einer Leistungs- und aus einer Arbeitskomponente zusammensetzt.

Speicherförderung sinnvoll

Wärmenetze und -speicher über das KWK weiterhin zu fördern, erachtet Gores als sinnvoll. Der primäre Nutzen der KWK sei die Wärmeerzeugung. Will man die Anlagen dagegen flexibel je nach Strombedarf betreiben, braucht es Wärmespeicher, wo die überschüssige Wärme zwischengelagert und bei Bedarf entnommen werden kann. Zudem könnten Wärmenetze die Versorgung in verdichteten Gebieten sichern und etwa alle 15 Jahre Handlungsspielräume für den Einsatz kohlenstoffärmerer Brennstoffalternativen eröffnen.

Die Grundprobleme des Strommarktes – Überkapazitäten, Preisverfall, fehlende Steuerung durch Preissignale – könne die Neufassung des KWKG allein jedoch keinesfalls beheben. Dafür müsse der Strommarkt generell neu geordnet werden. Insbesondere der Betrieb von gasgetriebenen KWK-Kraftwerken in der allgemeinen Versorgung ist zurzeit wegen der niedrigen Börsenpreise für Strom nicht wirtschaftlich darstellbar. Unter den gegebenen Bedingungen können sich im Bestand nur noch die wesentlich klimaschädlicheren Kohle-KWK halten. Ein deutliches Anheben der Förderung für den Neubau von klimafreundlichen Gas-Anlagen und eine zusätzliche Bestandsförderung für Gas-KWK könnten hier geeignete Anreize setzen.

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