FachgesprächKWK-Förderung neu ausrichten

Biogasanlage mit Rapsfeld

Seite 3: Bürokratie abbauen

Heinz Ullrich Brosziewski vom Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung wies auf die hohen bürokratischen Hürden insbesondere für kleine und mittlere KWK-Anlagen hin. Durch die unterschiedlichen Regelungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz, im Energiewirtschaftsgesetz und im KWK-Gesetz sei es gerade für kleinere Betreiber nur schwer möglich, ohne die aufwändige Begleitung durch Fach-Berater KWK-Projekte zu realisieren. Dies stehe den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten vor allem von Kleinanlagen massiv entgegen.

Brosziewski plädierte daher neben der notwendigen Neuordnung des Strommarktes vehement dafür, das Genehmigungs- und Besteuerungsverfahren im Bereich der sogenannten Mikro- und Mini-KWK zu vereinfachen und zu vereinheitlichen.

Breite Einigkeit bestand in der Runde, dass KWK zu einer klimaverträglichen und bedarfsgerechten Strom- und Wärmeversorgung beitragen kann und daher für die nächste Dekade eine sinnvolle Ergänzung zu den fluktuierenden erneuerbaren Energien im Strommarkt sei. Für den flexiblen und systemkonformen Betrieb seien allerdings Wärmespeicher sowie Fern- und Nahwärmenetze von entscheidender Bedeutung. Ein weiterer positiver Effekt des KWK-Einsatzes zeige sich im industriellen Bereich. Wenn KWK-Anlagen neu zum Einsatz kämen, würden durch die notwendige Umrüstung häufig weitere Innovationen angestoßen wie beispielsweise die Nutzung von Abwärme.

Klimafreundliche KWK besser fördern

Julia Verlinden, energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, sicherte in ihrem Fazit zu, dass die Grünen im Bundestag die herausgearbeiteten Aspekte für eine klimafreundliche und systemdienliche KWK in die anstehende Diskussion über die Gesetzesnovelle einbringen und sich weiter mit Nachdruck für eine energieeffiziente und klimaschonende Energieversorgung stark machen werde. Grüne Leitlinie sei dabei,

  • am 25-%-Ziel für KWK-Strom bis 2020 festzuhalten,
  • Kohle-KWK von der Förderung auszuschließen,
  • den Bestand an hocheffizienter KWK durch eine zusätzliche Förderung sicherzustellen sowie
  • Neubau und Modernisierung von KWK-Anlagen und den Bau von Wärmespeicher weiterhin zu fördern und diese Förderung an CO2-Ausstoß, Wirkungsgrad und Anpassungsfähigkeit der Anlage ans elektrische Versorgungssystem („Systemdienlichkeit“) zu koppeln.

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