Fachgespräch: EntwicklungsfinanzierungArme Länder in der Schuldenfalle

Demo gegen Weltbank und IWF in Südafrika, in Cape Town 2007
Die grüne Bundestagsfraktion hat sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Grüner Salon Entwicklungsfinanzierung" Anfang November 2016 mit der Verschuldung von Entwicklungsländern befasst. Es droht die Rückkehr einer weltweiten Schuldenkrise. Das Foto zeigt eine Demo gegen Weltband und IWF in Südafrika, Cape Town 2007.

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Grüner Salon Entwicklungsfinanzierung“ hat sich die grüne Bundestagsfraktion am 7. November 2016 mit der Verschuldung von Entwicklungsländern befasst.

In seinem Eingangsstatement hat Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik, festgestellt, dass das Thema Schulden seit der Euro-Krise nicht mehr allein auf Entwicklungsländer reduziert werden kann, sondern uns alle unmittelbar angeht. Heute gehe es aber um die – weithin unbeachteten – Schulden der Entwicklungsländer. Derzeit seien über 100 Länder des globalen Südens von einer Überschuldung und damit der Staatspleite bedroht. Diese prekäre Situation gefährdet eine nachhaltige Entwicklung und zerstört wichtige Fortschritte der letzten Jahre. Nach dem UN-Beschluss im Jahr 2015 für ein Staateninsolvenzverfahren gerät mit der Zahlungsunfähigkeit Mosambiks das Thema nun erneut in den Fokus. Dabei ist es keinesfalls neu. Die UNCTAD (World Investment Report der Vereinten Nationen) hat bereits 1977 und der Internationale Währungsfond (IWF) 2001 ein Staateninsolvenzverfahren gefordert. Sogar die schwarz-gelbe Bundesregierung 2009 hatte ein solche Verfahren im Koalitionsvertrag angedacht, jedoch nicht weiter verfolgt. Nun ist es an der Zeit voranzukommen, denn seit dem Beschluss der Generalversammlung dümpelt der Prozess vor sich hin. Deutschland, die USA und weitere fünf Staaten hatten sich gegen einen UN-Prozess ausgesprochen.

Mehr zum Thema Entwicklungszusammenarbeit

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4401271