Fachgespräch: EntwicklungsfinanzierungArme Länder in der Schuldenfalle

Demo gegen Weltbank und IWF in Südafrika, in Cape Town 2007
Die grüne Bundestagsfraktion hat sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Grüner Salon Entwicklungsfinanzierung" Anfang November 2016 mit der Verschuldung von Entwicklungsländern befasst. Es droht die Rückkehr einer weltweiten Schuldenkrise. Das Foto zeigt eine Demo gegen Weltband und IWF in Südafrika, Cape Town 2007.

Seite 4: Entschuldung muss wieder auf die globale Agenda

Die UNCTAD warnte erst vor wenigen Wochen, dass eine heraufziehende Schuldenkrise die Umsetzung der Agenda 2030 gefährden könnte. Welchen Stellenwert hat also Entschuldung? Und wie ist es zu bewerten, dass die frühere Entschuldung unter der HIPC-Initiative offenkundig keinen nachhaltigen Effekt hatte?

Konfrontiert mit der Nachfrage durch Anja Hajduk, welchen Stellenwert das Thema Entschuldung aktuell habe und welcher Mix an Instrumenten zur Lösung des Problems zur Verfügung steht, reagierte Stephanie Blankenburg von der UNCTAD, dass es ganz klar ist, dass das Thema Entschuldung wieder auf der Agenda steht und stehen muss. Zugleich stellt sie fest, unter Rückgriff auf Keynes, dass Kredite ein Weg sind, die Produktivkräfte der Gesellschaft voll auszuschöpfen. Die Kunst ist aber, das richtige Maß zu finden. Die Verschuldung – privat wie staatlich – sollte aber nicht am BIP gemessen werden. Auch 30 Prozent oder 40 Prozent Verschuldung am BIP, wie in Sambia, können ein Problem sein – und sind es derzeit! Es kommt vielmehr darauf an, ob und wie Länder externen Schocks ausgesetzt sind, die sie nicht selbst beeinflussen können.

Herauszustellen sei aber, dass oftmals unverantwortliches Verleihen auf unverantwortliche Kreditaufnahme trifft – im öffentlichen aber auch und gerade im privaten Sektor. Begünstigt durch eine zunehmende Kreditvermittlung über Finanzmärkte.

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