Diese Webseite verwendet Cookies zur Auswertung und Optimierung unseres Web-Angebots. Nutzungsdaten dieser Webseite werden nur in anonymisierter Form gesammelt und gespeichert. Einzelheiten über die eingesetzten Cookies und die Möglichkeit, die Nutzungsdatenanalyse zu unterbinden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Rechte von Mädchen stärkenBildung und Rechte von Mädchen stärken

Ludete Primary School in Tansania: Kinder in überfüllten Klassenzimmern. Improvisation von Unterricht. Die Ausstattung der Schule ist mangelhaft die Klassen sind hoffnungslos überfüllt, es gibt zu wenige Lehrer, die Kinder sitzen gedrängt auf dem Boden.
Gut ausgebildete Mädchen und Frauen sind weltweit ein Garant für eine friedliche Entwicklung. Doch in Krisen- und Konfliktregionen sind Mädchen oft die ersten, die vom Schulunterricht ausgeschlossen sind. Die Bundesregierung muss Bildung und Gesundheit von Mädchen konsequent und ausreichend finanziert fördern, beson-ders in Krisen- und Konfliktgebieten.

Die Welt ist zunehmend von Krisen, Konflikten, Instabilität und sozialer Ungleichheit geprägt. Auch die verschärfte Klimakrise trägt dazu bei, dass Menschen weltweit gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen - ohne Anschluss an Bildungseinrichtungen und ausreichender Gesundheitsversorgung.

Eine "verlorene Generation" von Kindern und Jugendlichen droht heranzuwachsen, deren Kindheit von Gewalt, Unsicherheit, Armut, Perspektivlosigkeit geprägt ist. Das Menschenrecht auf Bildung und Gesundheit von Millionen Mädchen und Jungen wird oft über Jahre hinweg eingeschränkt und verletzt.

Wir fordern die Bundesregierung mit unserem Antrag "Das Recht von Mädchen auf Bildung und Gesundheit in Krisen- und Konfliktgebieten stärken" dazu auf, Bildungsprogramme in Krisen- und Konfliktsituationen auszubauen und die Gesundheitsversorgung von Mädchen und Frauen in bewaffneten Konflikten und Krisengebieten umfassend zu verbessern, denn sie sind die ersten, bei denen Bildung und Gesundheitsversorgung zu kurz kommen.

Bildung: Ist ein fundamentales Menschenrecht

Bildung ist zentral, um soziale Ungerechtigkeiten zu bekämpfen und befähigt dazu, selbstbestimmt zu leben, gut bezahlte Arbeit zu finden und sich an politischen Prozessen zu beteiligen. Bildung ist nicht nur ein fundamentales Menschenrecht und Schlüssel für Entwicklung, sondern Bildung kann auch eine hohe Friedensdividende liefern: Mehr Bildung fördert ein besseres Verständnis von Demokratie und Konfliktlösung. Und Bildung schützt auch insbesondere Mädchen vor Gewalt, früher Verheiratung und ungewollten Schwangerschaften und stellt für sie in Krisensituationen zusätzlich oft das letzte bisschen Normalität dar.

Bildung in Konfliktgebieten: Chronisch unterfinanziert

Bisher sind Bildungsinitiativen in Krisenkontexten häufig nur kurzfristig angelegt und chronisch unterfinanziert, dabei steigt die Anzahl und Dauer von Krisen und Konflikten weltweit an. Die von der Bundesregierung unter anderem auf dem G7-Gipfel 2018 zugesagten finanziellen Mittel für Bildung und Gesundheit von Mädchen und Frauen in bewaffneten Konflikten und Krisen müssen verlässlich bereitgestellt werden. Deutschland hinkt in diesem Bereich im internationalen Vergleich der Geber hinterher und konterkariert seine selbstgesteckten Ziele. Kanada hat sich beispielsweise dazu bekannt innerhalb der nächsten Jahre seine Entwicklungsgelder dahingehend umzuschichten, dass künftig mindestens 25% der Mittel unmittelbar Mädchen und Frauen stärken.

Besonders Mädchen: Von mangelndem Zugang zu Bildung betroffen

Nicht nur der Zugang zu Bildung sondern auch der Zugang zu Gesundheit ist für Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten sehr häufig eingeschränkt. Auch hierbei leiden besonders Mädchen und Frauen unter fehlender Versorgung. Neben dem Aufzeigen von wichtigen Schnittstellen zwischen Bildung, sexuellen Rechten und reproduktiver Gesundheit zeigt der Antrag, wie durch engagiertes Handeln gemeinsam mit Partnern und zivilgesellschaftlichen Organisationen verhindert werden kann, dass trotz andauernder Krisen keine verlorene Generation heranwächst.

Die G7-Staaten haben Anfang Juni 2018 beim Gipfel in Kanada eine Erklärung zur weltweiten Stärkung der Bildung von Mädchen verabschiedet. In einem Fachgespräch am 27. Juni 2018 diskutierte die grüne Bundestagsfraktion mit ExpertInnen  wie eine Stärkung der Bildung für Mädchen in die Praxis umgesetzt werden kann. Dokumentation des grünen Fachgesprächs zum Thema „Bildung von Mädchen in Krisen und Konfliktgebieten“.

Mehr zum Thema Entwicklungszusammenarbeit