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Konferenz Globale BildungBildung - zentrales Thema der Entwicklungszusammenarbeit

Ludete Primary School in Tansania: Kinder in überfüllten Klassenzimmern. Improvisation von Unterricht. Die Ausstattung der Schule ist mangelhaft die Klassen sind hoffnungslos überfüllt, es gibt zu wenige Lehrer, die Kinder sitzen gedrängt auf dem Boden.
Kinder in überfüllten Klassenzimmern. Improvisation von Unterricht. Die Ausstattung der Schule ist mangelhaft die Klassen sind hoffnungslos überfüllt, es gibt zu wenige Lehrer, die Kinder sitzen gedrängt auf dem Boden. Am 1. und 2. Februar 2018 findet in Dakar die Konferenz der Globalen Bildungspartnerschaft statt. In einem Antrag fordert die grüne Bundestagsfraktion die Bundesregierung auf, die Konferenz zu nutzen, um ein starkes Signal für nachhaltige Bildung zu setzen und mehr Geld dafür bereitzustellen. Nach dem Weltbildungsbericht der UNESCO gehen weltweit 264 Millionen Kinder und Jugendliche nicht zur Schule. Davon alleine 60 Millionen im Grundschulalter. Vor allem Mädchen können oft gar nicht zur Schule gehen. Bildung ist die Voraussetzung für eine gerechte Entwicklung weltweit.

Am 1. und 2. Februar 2018 findet in Dakar die Finanzierungkonferenz der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE) statt. In unserem Antrag fordern wir die Bundesregierung dazu auf, die Konferenz zu nutzen, um ein starkes Signal für nachhaltige Bildung zu setzen. Der Zugang zur Bildung ist ein zentraler Baustein im Kampf gegen soziale Ungleichheit und Armut, ohne den die eigenständige Entwicklung von Gesellschaften nicht möglich ist.

Bundesregierung muss mehr für die Globale Bildung tun

Gerade deshalb muss dem finanziellen Bedarf und der Förderung frühkindlicher Bildung und Grundbildung stärker nachgekommen werden als bisher. Derzeit ist der deutsche Beitrag mit nur sieben Millionen der Wirtschaftskraft Deutschlands nicht angemessen. Wir fordern die Bundesregierung auf, einen fairen Anteil für die Globale Bildungspartnerschaft zu leisten. In einem ersten Schritt fordern wir, den jährlich Beitrag auf 50 Millionen Euro zu erhöhen. Perspektivisch ist der deutsche Beitrag auf 100 Millionen Euro auszubauen. Die Bundesregierung muss vor allem die besonders vernachlässigten Bereiche Grundbildung und frühkindliche Bildung in den Fokus nehmen und auch auf EU-Ebene aktiv um eine stärkere Unterstützung für die Globale Bildungspartnerschaft werben.

Bildung für Voraussetzung für eine gerechte Entwicklung weltweit

Denn Bildung ist ein Menschenrecht und Voraussetzung für eine gerechte Entwicklung weltweit. Laut dem Weltbildungsbericht 2017/2018 der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) gehen aber weltweit 264 Millionen Kinder und Jugendliche nicht zur Schule. Davon haben allein über 60 Millionen Kinder im Grundschulalter keinen Zugang zu Bildungseinrichtungen. In besonderem Maße leiden Kinder in Krisen- und Konfliktgebieten darunter. Zudem sind Mädchen überproportional von einem unzureichenden Zugang zur Bildung betroffen. Dies verhindert den weltweiten Aufbau geschlechtergerechter Gesellschaften. Bei weiteren besonders benachteiligten Gruppen sieht es noch schlechter aus: So können laut UNESCO bis zu 90 Prozent aller rund 65 Millionen Kinder mit Behinderungen in ärmeren Weltregionen keine Schule besuchen.

Im September 2015 hat die Weltgemeinschaft die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet. Damit hat sie neue globale Rahmenbedingungen auch für die Bildungsagenda geschaffen. Das zentrale Agenda-Prinzip „niemanden zurücklassen“ („leave no one behind“) und die Umsetzung insbesondere des „Nachhaltigkeitsziels 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern“, verlangen eine neue Ausrichtung und eine verstärkte Unterstützung zur Umsetzung einer inklusiven, gerechten und hochwertigen Bildungspolitik im Globalen Süden.

Die Bildung weltweit braucht auch von Deutschland mehr Engagement und Geld

Die Finanzierungkonferenz der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE) bietet die Gelegenheit, dem Versprechen der „Agenda 2030“ nun auch Taten folgen zu lassen. Die deutsche Bundesregierung muss die Konferenz in Dakar dazu nutzen, ein starkes Signal für nachhaltige Bildung zu setzen und ihre finanzielle Unterstützung substantiell auszubauen. Der Bereich der Grundbildung und die multilaterale GPE sind seitens der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit unverhältnismäßig geringen Mitteln ausgestattet. So entfallen auf Grundbildung nur rund zwei Prozent der Mittel der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit (ODA) der Bundesrepublik Deutschland. Die GPE wird mit derzeit sieben Millionen Euro pro Jahr gefördert, der deutsche Anteil liegt damit bei 1,5 Prozent.

Die Globale Bildungskampagne, in der sich entwicklungspolitische Nichtregierungs-organisationen und Bildungsgewerkschaften zusammengeschlossen haben, hat 100 Millionen Euro jährlich als fairen Beitrag Deutschlands für die GPE errechnet, gemessen an der volkswirtschaftlichen Leistung Deutschlands (www.bildungskampagne.org/deutschlands-fairer-beitrag). Die Internationale Kommission zur Finanzierung globaler Bildungs-möglichkeiten empfiehlt zudem, dass die Mittel der GPE bis 2020 auf zwei Milliarden US-Dollar jährlich und bis 2030 auf vier Milliarden US-Dollar aufgestockt werden sollten. Dadurch würde für den Bildungssektor ein Fonds geschaffen, der ähnlich denen im Gesundheitsbereich eine hohe Wirkungskraft entfalten kann. Deutschland sollte hier seinen Teil der Verantwortung übernehmen.

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