Umwelt und KlimaschutzCuencas Sagradas – die Quellflüsse des Amazonas schützen

Die grünen Bundestagsabgeordneten Uwe Kekeritz, Margarete Bause, Julia Verlinden und Harald Ebner trafen sich mit dem Umweltaktivisten Roberto Guimaraes
Die grünen Bundestagsabgeordneten (vlnr) Uwe Kekeritz, Margarete Bause, Julia Verlinden und Harald Ebner haben sich mit dem Umweltaktivisten Roberto Guimaraes getroffen. In Peru und Ecuador sind die heiligen Quellflüsse des Amazonas bedroht. Indigene haben eine Initiative gestartet, um dort - grenzüberschreitend - 20 Millionen Hektar des amazonischen Regenwaldes zu schützen.

Die Quellflüsse des Amazonas sind ökologisch von unschätzbarer Bedeutung und heilige Stätten für die indigenen Völker des Amazonasgebiets. Die Initiative „Cuencas Sagradas“ – heilige Quellflüsse – will nun länderübergreifend in Peru und Ecuador ein 20 Millionen Hektar großes Schutzgebiet einrichten und den Regenwald so vor den Profitinteressen von Bergbauunternehmen, Palmölplantagen und Staudammprojekten schützen.

Schutzprojekt für Quellflüsse des Amazonas

Robert Guimarães, Umweltaktivist und Vertreter der indigenen Organisation AIDESEP, Thilo Papacek von der Nichtregierungsorganisation (NGO) Gegenströmung und Darius Ossami, Journalist vom Nachrichtenpool Lateinamerika, stellten das Projekt Cuencas Sagradas bei einem Treffen mit den grünen Bundestagsabgeordneten Julia Verlinden, Uwe Kekeritz, Margarete Bause und Harald Ebner vor. Es ist der Versuch der Indigenen in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet für die Quellflüsse des Amazonas an den Osthängen der Anden zu etablieren. Und es ist ein ungleich größerer Versuch an das Yasuní Vorhaben anzuknüpfen damit der Wald und Lebensraum der Indigenen geschützt wird, anstatt ihn mit Bergbau- und Ölbohrkonzessionen zu zerstören.

Ökonomische Interesse bedrohen Indigene

Anfang September wurden in Guimarães Heimatregion sechs Indigene ermordet, die sich gegen die Umweltzerstörung aus Profitgier engagiert hatten. Auch Robert Guimarães sieht sich bedroht.

Zwar habe sich die peruanische Regierung auf internationalem Parkett zum Klimaschutz und einem Stopp der Abholzung des Regenwalds bekannt. Auf lokaler Ebene sehe es jedoch anders aus, sagte der Umwelt­schützer. Alleine in Peru sei geplant bis 2028 weitere 240.000 Hektar Palmölplantagen anzupflanzen. Guimarães zeigte Bilder, die die Zerstörung von Regenwald für solche Projekte dokumentieren. Ein Muster, dass sich auch in Indonesien, der demokratischen Republik Kongo oder Malaysia wiederholt: Ökonomische Interessen von großen Konzernen werden gegen die Rechte der einheimischen Bevölkerung durchgesetzt.

Das leidenschaftliche Engagement der Aktivisten beeindruckte die Abgeordneten. Berichte über schwierigen Situation vor Ort seien wichtig, um gemeinsam gegen Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen und die Klimakrise kämpfen zu können.

First: Klimaschutz und Menschenrechte

Für die grünen Bundestagsabgeordneten ist klar: Profitinteressen dürfen nicht über die Menschenrechte und den Umweltschutz gestellt werden. Es braucht zudem klare Regeln für Unternehmen. Sie versprachen sich nach Kräften für den Schutz der Aktivisten einzusetzen.

Die Abgeordneten sagten außerdem zu, die Bundesregierung um Aufklärung zu bitten. Die finanzielle Unterstützung für Umwelt- und Klimaschutz in Peru muss auch tatsächlich dem Schutz des Regenwaldes zugutekommen.

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