UNICEF-BerichtSoziale Ungleichheit und Kindersterblichkeit

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Alle 6 Sekunden stirbt ein Kind unter 5 Jahren. Das sind weltweit 15.000 Kinder pro Tag. Jedes davon ist eines zu viel. Besonders hoch ist die Kindersterblichkeit im südlichen Afrika.

UNICEF-Bericht

7.000 Babys sterben jeden Tag kurz nach der Geburt. www.unicef.de

Alle sechs Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren. Das sind weltweit 15.000 Kinder pro Tag. Jedes davon ist eines zu viel. Besonders hoch ist die Kindersterblichkeit im südlichen Afrika und in Südasien. Die neuesten Zahlen des UNICEF-Berichts zur weltweiten Kindersterblichkeit sind alarmierend. Besonders tragisch ist die Tatsache, dass die meisten Todesfälle vermeidbar wären. Denn die Hauptursachen sind Komplikationen bei der Geburt, Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen. All dies ließe sich relativ gut vermeiden und behandeln. Doch nach wie vor leiden Mütter und Kinder insbesondere in Entwicklungsländern unter fehlendem Zugang zu medizinischer Versorgung. Das betrifft die Zeit vor, während und nach der Geburt. Auch der Zugang zu sauberem Wasser und sanitärer Versorgung ist oftmals nicht gegeben. Diese Missstände tragen zu den hohen Todeszahlen bei. Dem voraus geht, dass fast die Hälfte der betroffenen Kinder mangelernährt und damit körperlich bereits stark angeschlagen waren. Eine einfache Durchfallerkrankung kann somit das Todesurteil bedeuten.

Kindersterblichkeit geht zurück, bleibt aber besonders in Afrika hoch

Der Bericht gibt gleichzeitig Grund zur Hoffnung: Die weltweite Kindersterblichkeit hat sich in den letzten 15 Jahren fast halbiert. Im Jahr 2000 starben noch 9,9 Millionen Kinder unter 5 Jahren, während es 2016 noch 5,6 Millionen Kinder waren. Es zeigt sich: Viel hilft viel. Denn genau dort, wo massiv investiert wurde, sind die größten Erfolge zu verzeichnen. Die globalen Fortschritte dürfen aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Erfolge regional sehr ungleich verteilt sind. Besonders in den Ländern Subsahara-Afrikas gibt es akuten Nachholbedarf.

Ungleichheit abbauen

Es zeigt sich zudem, dass Kinder aus ärmlichen Verhältnissen gegenüber Kindern aus wohlhabenden Familien ein doppelt so hohes Risiko haben in den ersten 5 Lebensjahren zu sterben. Der soziale Status beeinflusst die Überlebenschance eines Kindes somit entscheidend. Auch deshalb ist es so wichtig, dass sich die Weltgemeinschaft mit den Globalen Nachhaltigkeitszielen zum Kampf gegen Ungleichheit und für eine bessere Gesundheitsversorgung verpflichtet hat. Weltweit leben gut drei Viertel aller Menschen ohne jegliche Absicherung für Krankheit, Arbeitslosigkeit, Unfall und Alter. Dabei ist die Absicherung dieser Risiken ein grundlegender Baustein, um sozialer Ungleichheit zu begegnen. Der Aufbau von Gesundheits- sowie sozialen Sicherungssystemen muss daher stärker in den Fokus der Entwicklungszusammenarbeit gerückt werden.

Frauen stärken sowie Zugang zu Bildung ausbauen

Auch der Zugang zu Bildung ist ein zentraler Baustein im Kampf gegen soziale Ungleichheit. Gleichzeitig zeigt sich, dass die strukturellen Ursachen wie der Mangel an Rechten und Selbstbestimmung, unzureichendem Zugang zu Bildung und Ressourcen sowie fehlende politische Partizipation vor allem Frauen und Mädchen besonders treffen. Im Kampf gegen die Kindersterblichkeit gilt es deshalb auch die Rechte von Frauen und Mädchen zu stärken.

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