Kleine Anfrage SchulessenBund gibt zu wenig Geld für besseres Schulessen

Schüler beim Essen

Kinder und Jugendliche, die den ganzen Tag in Kita oder Schule verbringen, brauchen dort gutes Essen. Ein leckeres und gesundes Kita- und Schulessen stärkt sie für den Tag und zeigt ihnen wie gesunde Esskultur und Lebensweise im Alltag funktioniert.

Dass die Realität oft anders aussieht, hat eine vom Ernährungsministerium in Auftrag gegebene Studie über die Qualität des deutschen Schulessens ergeben. Sie kam zu dem Schluss, dass dort vieles im Argen liegt. Oft gilt: zu viel Fleisch, zu wenig Vielfalt und zu wenig Zeit fürs Essen. Rund die Hälfte der untersuchten Speisepläne enthält zu wenig Gemüse. Dazu kommt, dass zirka 50 Prozent der Schulen gar keine Verpflegung anbieten. Im November 2014 hat Bundesernährungsminister Schmidt eine „Qualitätsoffensive“ für gesundes Schulessen ausgerufen und eindringlich für eine gemeinsame Strategie von Bund, Ländern, Kommunen und Schulen geworben.

Und was ist daraus geworden? Wir haben mal nachgefragt, und müssen feststellen: Die angekündigte Qualitätsoffensive droht zur Luftnummer zu werden.

Aus den Antworten der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage ergab sich unter anderem, dass die versprochene Weiterfinanzierung der Schulvernetzungsstellen unklar ist, diese sollen Schulen und Schulträger eigentlich beim Ausbau gesunder Verpflegung unterstützen. Auch die „Chefsache“ Schulessen ist unterfinanziert: 2014 gab die Bundesregierung für das Thema Schulverpflegung 1,9 Millionen Euro aus, das sind 23 Cent pro Schüler und Jahr. Im Vergleich: Agrarexporte förderte die Bundesregierung im gleichen Jahr mit drei Millionen Euro.

Wir Grüne im Bundestag setzen uns dafür ein, dass der Bund die Länder und Kommunen wesentlich stärker unterstützt: beim Ausbau von Infrastruktur (z. B. Mensen und Küchen), der Vernetzung (z. B. Ausbau der Schulvernetzungsstellen) und der Qualitätssicherung von Schulverpflegung. Unser Ziel ist der flächendeckende Ausbau einer gesunden Kita- und Schulernährung. Denn gute Verpflegung in Kita und Schule ist eine Schlüsselaufgabe der Ernährungspolitik. Unsere Forderungen:

  • Ein Bundesprogramm soll die Länder beim Bau von Mensen und Küchen unterstützen. Hierfür haben wir Mittel in dem von uns vorgesehenen Investitionsprogramm „10.000 Schulen fit für die Zukunft“ vorgesehen.
  • Die Schulvernetzungsstellen müssen ausgebaut werden, denn die sind dringend notwendig und erfolgreich bei der Beratung und Unterstützung der Schulen und Kitas.
  • Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollen als Förderauflage verankert und dadurch verbindlich werden.
  • Mehr regionale und mehr Bio-Lebensmittel für die Kita- und Schulverpflegung durch einen Förderschwerpunkt zur Entwicklung regionaler Strukturen für die Schulverpflegung.
  • Aspekte der Ernährungsbildung, Gesundheitsförderung und -prävention müssen in den Ausbildungsordnungen für pädagogische Fachkräfte verankert werden.

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3 Kommentare
Heuchelei
Gast 01.07.2015

Zu Hause würden die Kinder sicher gutes Essen bekommen aber die Mütter sollen, nach Eurer Meinung, alle arbeiten gehen und ihre lieben Kinder in der sozialistischen Sammelumerziehungsstätte (Kita)abgeben.
Wer sich um sein eigenes Kind kümmert ist angeblich so was von "rückständig" und "minderwertig".
Außerdem braucht Ihr (oder der Bund) das Geld für die Euro"rettung" und Masseneinwanderung. Ach so der neue Ostfeldzug (angeblich nur gegen den bösen Putin) steht ja auch noch an. Das kostet auch Geld. Es wird für unsere Belange (auch für dieses) nichts mehr übrig bleiben.

Staat isst mit
tine kan 27.07.2015

Der Caterer unseres Schulhortes wies darauf hin, dass die Kalkulation beim Schulessen sehr eng ist. Während für das Schulessen der höhere Mehrwertsteuersatz von 19 % erhoben wird, werden an Uni-Mensen nur 7 % fällig. Damit ist der staatliche Zuschuss am Schulessen zum großen Teil wieder aufgehoben, während das Mittagessen von Studenten und Uni-Angestellten durch die abgesenkte Steuer vom Staat gefördert wird.
Zur Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte: Was nützt die Kenntnis über gesunde Ernährung, wenn ich keinen Einfluss auf Auswahl und Kosten habe? Soll ich den Kindern erzählen, wie ungesund ich ihr Essen finde?

Spende
sam 06.08.2015

Wenn z.B. die Berufsgruppen, die im oeffentlichen Dienst stegen dazu zaehle ich auch Politiker nur auf 10 Euro im Monat verzichten dann schenkt eine Person 2-3 Kindern ein warmes Essen. Mittagessen ist wichtig aber Fruehstueck noch viel wichtiger. Wieviele Kinder gehen ohne Fruehstueck zur Schule ?

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