FipronilFipronilhaltige Eierprodukte

Kundin vor Supermarktregal.
Selbst wenn alle fipronilhaltigen Lebensmittel zurück gerufen sein werden, befinden sich immer noch Unmengen des verarbeiteten Giftes in den Vorratskammern der Verbraucherinnen und Verbraucher. Wir fordern rasche Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger.

Wie zu erwarten war, sind nicht nur die Eier mit Fipronil belastet sondern auch zahlreiche verarbeitete Produkte wie Gebäck, Kuchen, Eiersalat und Eierlikör. Schon bei den Fipronil belasteten Eiern hatte die Bundesregierung auf unsere Anfrage hin eingestanden, dass ihre ursprüngliche Schätzung von 10,7 Millionen betroffenen Eiern zu niedrig war.

Laut Presseberichten wurde in 20 Prozent der bisher vorliegenden Proben von verarbeiteten Ei-Produkten Fipronilrückstände gefunden, bei jedem vierten davon oberhalb des erlaubten Höchstwerts. Diese Ergebnisse sind besorgniserregend.

VerbraucherInnen über Fipronil Lebensmittel informieren

Die betroffenen Lebensmittel müssten nun zumindest schleunigst vom Markt genommen werden und die Verbraucherinnen und Verbraucher über die konkreten Produkte informiert werden. Nur „stille Rückrufe“, bei denen die Produkte ohne öffentliche Information aus den Supermärkten genommen werden, sind nicht akzeptabel und ausreichend.

„stille Rückrufe“ sind zu wenig Verbraucherschutz

Denn sie sorgen nicht dafür, dass die belasteten Produkte auch aus den Kühlschränken verschwinden. Hier muss bundesweit das Interesse und die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher in den Fokus gerückt werden.

Bundesminister Schmidt trägt Verantwortung der Aufklärung

Dies länderübergreifend durchzusetzen, wäre Aufgabe des zuständigen Bundesministers, der jedoch verweist weiter auf die Länder und Europa, anstatt selbst aktiv zu werden.

Unsere Forderungen:

  • Fipronil hat in Eiersalat, Kuchen oder Eierlikör ebenso wenig zu suchen wie im Frühstücksei. Landwirtschaftsminister Schmidt muss dafür sorgen, dass fipronilhaltige Lebensmittel konsequent aus dem Verkehr gezogen werden – sobald der zulässige Rückstandswert überschritten wird und nicht erst dann, wenn Gefahr droht.
  • Die betroffenen Produkte müssen benannt werden, mit Firmenname und Charge.
  • Die Eierkennzeichnung muss ausgeweitet werden auf verarbeitete Eier: Das würde ermöglichen, auch betroffene Eier-Produkte direkt aus dem Verkehr zu ziehen – bevor sie bereits verkauft und gegessen wurden.
  • Das aktuelle System der Lebensmittelsicherheit und -überwachung muss auf den Prüfstand. Der Fipronilskandal ist ein weiterer Beleg dafür, dass dieses System für den Krisenfall nicht taugt. Wir brauchen ein effektiveres Krisenmanagementsystem des Bundes, das bei ersten Indizien zu länderübergreifenden Lebensmittelkrisen die Koordination übernimmt und einheitliche Informationen öffentlich zur Verfügung stellt, die den Verbraucherinnen und Verbrauchern wirklich helfen. Dafür muss auch das Informationsportal lebensmittelwarnung.de reformiert werden.

Aktionsplan Fipronil

Giftige Eier: Verbraucherinnen und Verbraucher schützen statt wegducken. Von: Katrin Göring-Eckardt MdB, Nicole Maisch MdB, Friedrich Ostendorff MdB (pdf)

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