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ErnährungswendeGesunde Ernährung ist keine Geschmackssache

Essen soll nicht nur schmecken, sondern auch gesund sein – das ist die überwiegende Meinung der Verbraucherinnen und Verbraucher zum Thema Essen. Doch im Alltag ist der Griff zu Fertigprodukten oft einfacher als die gesündere Essenswahl. Herauszufinden, wie viel Zucker, Fette oder Aromen darin versteckt sind, gleicht Detektivarbeit. Auch beim Mittagessen in Kitas, Schulen, Kantinen oder Krankenhäusern sind wir oft weit entfernt von gutem, leckerem Essen.

Für gesundes Essen braucht es daher auch die Politik. Wir wollen die politischen Weichen für ein gutes, nachhaltiges und gesundes Essensangebot und mehr Transparenz stellen und haben dabei vor allem die Kinder und Jugendlichen im Blick – für gesundes Essen von Anfang an.

Politik für gutes Essen

Eine zentrale Rolle spielt die Gemeinschaftsverpflegung. Wir wollen daher das Essensangebot von der Kita bis zur Kantine verbessern – durch mehr Beratung, verbindliche Qualitätsstandards und Förderprogramme.
Für mehr Transparenz wollen wir bei allen Lebensmitteln durch eine einfache Nährwertkennzeichnung mit Ampelfarben sorgen. Statt komplett auf freiwillige Maßnahmen der Lebensmittelindustrie zu setzen, halten wir auch steuerliche Anreize für sinnvoll, um wie beispielsweise in Großbritannien den Zuckergehalt in Limonaden zu verringern. Außerdem wollen wir Kinder durch klare Regeln vor Lebensmittelwerbung schützen.

Von all dem ist die Bundesregierung aber weit entfernt. Ernährungsministerin Klöckner brüstet sich mit einer gemeinsam mit der Lebensmittelwirtschaft erarbeiteten, unverbindlichen Reduktionsstrategie für Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten, von der keiner weiß, wie viel sie tatsächlich bringen wird. Andere, klarere Maßnahmen, wie eine Ampelkennzeichnung für Lebensmittel oder Werbeeinschränkungen für Kinder, blockiert sie weiterhin.

Ernährungswende vor Ort

Für gutes Essen gehen nicht nur anlässlich der Grünen Woche Tausende auf die Straße, sondern auch im Alltag und vor Ort gibt es mittlerweile viele Initiativen – von Lebensmittelrettern über Elterninitiativen für gutes Schulessen bis hin zu Urban Gardening.

In Berlin, München, Köln und Hamburg, aber auch kleineren Städten haben sich Ernährungsräte gegründet, in denen sich BürgerInnen, AktivistInnen, PolitikerInnen und die regionale Landwirtschaft zusammenschließen, um gemeinsam für mehr gutes, nachhaltiges Essen in ihrer Stadt zu arbeiten. Solche Ernährungsräte und die Entwicklung regionaler Ernährungsstrategien wollen wir fördern. Außerdem wollen wir erreichen, dass Ernährung in der Stadtplanung und Stadtentwicklung berücksichtigt wird, beispielsweise durch spezielle Förderprogramme.

Ebenso wie Wohnen muss eine Stadt auch die lokale Lebensmittelversorgung im Blick haben – für die BürgerInnen sowie für städtische Einrichtungen. So können Förderprogramme dazu beitragen, dass Schulen, Kitas, Krankenhäuser und andere Kantinen in der Stadt von regionalen Landwirten und Betrieben beliefert werden.

Deutschland hinkt in der Ernährungspolitik hinterher

Deutschland muss aufholen beim Thema Ernährung und endlich eine umfassende Strategie auf den Weg bringen, damit gute Ernährung im Alltag für alle Menschen machbar ist. In unserem Antrag zeigen wir die verschiedenen Ansatzpunkte auf: Stadtentwicklung, Gemeinschaftsverpflegung, Ernährungsbildung, Nährwertkennzeichnung, Lebensmittelmarketing, Reduktion von Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten sowie steuerliche Anreize. Die Bundesregierung hat hinsichtlich einer übergreifenden Ernährungsstrategie leider nichts zu bieten.

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