LebensmittelLebensmittelverschwendung stoppen

Eine Frau hält eine Kiste mit erkennbar älteren, aber noch gebrauchbaren Lebensmitteln.
Wir Grüne im Bundestag fordern, verbindliche Reduktionsziele für Lebensmittelproduktion und Handel einzuführen, um Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen.

Schon vor sechs Jahren waren sich alle Fraktionen im Bundestag einig: Viel zu viele Lebensmittel landen im Müll. Nicht nur bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern, sondern auch schon auf dem Acker, bei der Verarbeitung von Lebensmitteln, im Supermarkt und in der Gastronomie. Um das zu ändern, muss es endlich wirksame Reduktionsmaßnahmen geben.

Wirksame Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung

Doch die Ernährungsminister der letzten Jahre haben stattdessen auf öffentlichkeitswirksame Kampagnen gesetzt und sich damit vor allem an Verbraucherinnen und Verbraucher gewandt. Andere Maßnahmen als Öffentlichkeitsarbeit? Fehlanzeige. Sogar der Bundesrechnungshof bemängelte die Kampagne „Zu gut für die Tonne“, weil sie unzureichend vorbereitet und ihr Erfolg nicht nachweisbar war.

Die neue Ernährungsministerin muss nun endlich wahr machen, was die Bundesregierung schon seit Jahren verspricht: Sie muss eine nationale Strategie gegen Lebensmittelverschwendung auf den Weg bringen und eine Reduzierung der Lebensmittelverschwendung auf allen Stufen der Lebensmittelkette erreichen. Ohne einen konkreten Reduktions- und Zeitplan ist das Ziel, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren, nicht zu schaffen.

Wir Grüne im Bundestag fordern von der Bundesregierung, eine gesetzliche Initiative zur Verringerung der Lebensmittelverluste in Deutschland zu erarbeiten. Das hat auch der Bundesrat am 31. März 2017 beschlossen und weitere konkrete Forderungen an die Bundesregierung aufgestellt, sich endlich aktiver und zielführender mit politischen Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung einzusetzen.

Forderungen der grünen Bundestagsfraktion zur Lebensmittelverschwendung

  • Klasse fördern statt auf Verschwendung zu produzieren.
  • Regionale Lebensmittelproduktion und Vermarktungsstrukturen stärken.
  • Verbindliche Reduktionsziele für Lebensmittelproduktion und Handel einführen, um Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen.
  • Verlässliche Datengrundlage schaffen, um Reduktionsziele festlegen und überprüfen zu können.
  • Überflüssige Handels- und Qualitätsnormen (zum Beispiel für „zu kleine“ Äpfel) überprüfen.
  • Große Supermärkte sollen nicht verkaufte, aber noch gute Lebensmittel kostenlos zur Verfügung stellen.
  • Ernährungsbildung an Schulen und Kitas fördern, um Wertschätzung für Lebensmittel zu vermitteln.
  • Menschen, die Lebensmittel aus dem Müll retten, sollen nicht bestraft werden.

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