LebensmittelLebensmittelverschwendung stoppen

Eine Frau hält eine Kiste mit erkennbar älteren, aber noch gebrauchbaren Lebensmitteln.
Es ist ein schlechter Scherz des Bundesministers für Ernährung. Christian Schmidt antwortet auf eine Anfrage von uns nach einer nationalen Strategie gegen Lebensmittelverschwendung, dass er damit jetzt bald beginnen wolle. Die Legislaturperiode ist fast vorbei.

Mehr als acht Millionen Tonnen Lebensmittel landen laut Antwort der Bundesregierung auf unsere Anfrage pro Jahr im Müll. Das ist vermeidbar. Lebensmittelverschwendung verursacht nach wie vor massive soziale und ökologische Probleme.

Wir Grüne im Bundestag fordern von der Bundesregierung, eine gesetzliche Initiative zur Verringerung der Lebensmittelverluste in Deutschland zu erarbeiten. Das hat auch der Bundesrat am 31. März 2017 beschlossen und weitere konkrete Forderungen an die Bundesregierung aufgestellt, sich endlich aktiver und zielführender mit politischen Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung einzusetzen.

Nationale Strategie gegen Lebensmittelverschwendung seit 2015 angekündigt

Im Bundestag diskutieren wir seit über fünf Jahren über die Auswirkungen und Probleme der Lebensmittelverschwendung. Genauso lang liegen politische Forderungen auf dem Tisch, die fraktionsübergreifend beschlossen wurden. Dass es der zuständige Minister Christian Schmidt (CSU) während seiner ganzen Amtszeit nicht geschafft hat, aktiv zu werden und diese umzusetzen, ist äußerst schwach.

Seit 2015 verspricht er, eine nationale Strategie gegen Lebensmittelverschwendung auf den Weg zu bringen. Jetzt kündigt er diese in seiner Antwort auf unsere Anfrage erneut an. Doch diese Legislatur ist so gut wie vorbei. Jetzt noch weitere Ankündigungen zu machen, ist nicht mehr als scheinheiliges Wahlkampfgetöse. Die letzten Jahre ist viel zu wenig passiert, um Lebensmittelverschwendung wirksam einzudämmen.

Wir brauchen endlich eine nationale Strategie, damit alle Akteure vom Handel über die Industrie und Gastronomie bis hin zu den VerbraucherInnen in die Verantwortung genommen werden. Wir brauchen endlich eine verlässliche Datengrundlage und verbindliche Reduktionsziele für alle Stufen der Wertschöpfungskette. Menschen, die gute Lebensmittel retten, sollen nicht bestraft werden.

Genießbare Lebensmittel müssen auf den Teller und nicht in die Tonne!

Forderungen der grünen Bundestagsfraktion zur Lebensmittelverschwendung

  • Klasse fördern statt auf Verschwendung zu produzieren.
  • Regionale Lebensmittelproduktion und Vermarktungsstrukturen stärken.
  • Verbindliche Reduktionsziele für Lebensmittelproduktion und Handel einführen, um Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen.
  • Überflüssige Handels- und Qualitätsnormen (zum Beispiel für „zu kleine“ Äpfel) überprüfen.
  • Ernährungsbildung an Schulen und Kitas fördern, um Wertschätzung für Lebensmittel zu vermitteln.

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