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Lebensmittelverschwendung313 Kilogramm genießbare Lebensmittel landen pro Sekunde im Müll

Eine Frau hält eine Kiste mit erkennbar älteren, aber noch gebrauchbaren Lebensmitteln.
Wir Grüne im Bundestag fordern, verbindliche Reduktionsziele für Lebensmittelproduktion und Handel einzuführen, um Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen.

Ernährungsministerin Klöckner bleibt auch beim Thema Lebensmittelverschwendung bei ihrer Politik der Ankündigungen und Unverbindlichkeiten. Schon vor sechs Jahren waren sich alle Fraktionen im Bundestag einig: Weil viel zu viele Lebensmittel im Müll landen, muss es konkrete Zielvorgaben für die einzelnen Akteure in der Lebensmittelkette geben. Doch die jetzt im Kabinett verabschiedete nationale Strategie zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung gibt immer noch keinerlei konkrete Ziele und Maßnahmen vor. Stattdessen beschreibt sie nur den Prozess, wie diese Maßnahmen in den nächsten Jahren entwickelt werden: mit runden Tischen, mit Bundesländern, den beteiligten Branchen sowie Verbraucher- und Umweltorganisationen. Zwar finden sich gute Ideen und Ansatzpunkte in der heute beschlossenen Strategie – aber ob und bis wann diese umgesetzt werden, steht weiterhin in den Sternen. Erst in fünf Jahren soll überprüft werden, ob die heute beschlossene Strategie greift.

Ausmaß der Lebensmittelverschwendung ist in Deutschland enorm

So ist das Ziel, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren, nicht zu schaffen. Dabei ist dieses Ziel sowohl durch die internationalen Nachhaltigkeitsziele als auch von der EU vorgegeben. Schon im nächsten Jahr muss Deutschland gegenüber der EU-Kommission Bericht erstatten über die Lebensmittelabfälle in Deutschland. Das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung in Deutschland ist enorm: 313 Kilogramm genießbare Lebensmittel landen pro Sekunde in der Tonne – von der Erzeugung auf dem Feld über Einzelhandel und Kantinen bin in den Haushalt. Das ist nicht nur aus ethischer Sicht unverantwortlich, sondern geht auch massiv zu Lasten von Umwelt und Klima. Denn so werden 2,6 Millionen Hektar – eine Fläche vergleichbar mit Mecklenburg-Vorpommern – quasi „umsonst“ bewirtschaftet.

Wir Grüne im Bundestag fordern von der Bundesregierung einen konkreten Maßnahmen- und Aktionsplan zur Verringerung der Lebensmittelverluste in Deutschland.

Forderungen der grünen Bundestagsfraktion zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung

  • Verbindliche Reduktionsziele für Lebensmittelproduktion und Handel einführen, um Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen.
  • Klasse fördern statt auf Verschwendung zu produzieren.
  • Regionale Lebensmittelproduktion und Vermarktungsstrukturen stärken.
  • Verlässliche Datengrundlage schaffen, um Reduktionsziele festlegen und überprüfen zu können.
  • Überflüssige Handels- und Qualitätsnormen (zum Beispiel für „zu kleine“ Äpfel) überprüfen.
  • Große Supermärkte sollen nicht verkaufte, aber noch gute Lebensmittel kostenlos zur Verfügung stellen.
  • Ernährungsbildung an Schulen und Kitas fördern, um Wertschätzung für Lebensmittel zu vermitteln.
  • Menschen, die Lebensmittel aus dem Müll retten, sollen nicht bestraft werden.

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