Fleischatlas 2014Weltweiter Fleischkonsum wächst rasant

Fleischatlas 2014

Zum zweiten Mal haben die Heinrich-Böll-Stiftung, der BUND und die Zeitung Le monde diplomatique einen Fleischatlas veröffentlicht, in dem sie Zahlen zum Fleischkonsum, aber auch anschaulich die Auswirkungen des weltweiten Fleischkonsums und der industriellen Massentierhaltung darstellen.

Laut Fleischatlas werden bis Mitte des Jahrhunderts voraussichtlich 150 Millionen Tonnen mehr Fleisch als heute produziert. Vor allem in asiatischen Ländern, aber auch in Afrika wird der Fleischkonsum stark ansteigen. Hier in Deutschland sinkt der Fleischkonsum zwar – doch langsam, und mit 60 Kilogramm pro Person und Jahr ist er immer noch doppelt so hoch wie die Empfehlung der deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Fleischboom bedroht Welternährung, Umwelt, Tierschutz und Gesundheit

Der weltweite Fleischboom wird zu einer Verstärkung der Konkurrenz zwischen dem Anbau von Nahrungsmitteln und Futtermitteln führen. Schon heute landen 40 Prozent der Getreideernte nicht auf dem Teller, sondern im Trog. Und 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen werden laut Weltagrarbericht in irgendeiner Weise für die Tierfütterung beansprucht.

Nicht neu, aber trotzdem alarmierend sind die Folgen des weltweiten Hungers auf Fleisch, die der Fleischatlas aufzeigt: die Industrialisierung der Fleischerzeugung mit immer größeren Tierhaltungsanlagen und Schlachtbetrieben, millionenfaches Tierleid, Belastung von Böden und Gewässern mit Pestiziden und Gesundheitsgefahren durch Antibiotika- und Hormoneinsatz.

Wir brauchen die Agrarwende.

Trotz all dieser Kritikpunkte hält die Bundesregierung an einer Agrarpolitik fest, die die aggressive Exportorientierung der Fleischindustrie und Industrialisierung in der Tierhaltung unterstützt. Laut schwarz-rotem Koalitionsvertrag soll die Exportkompetenz des Landwirtschaftsministeriums gestärkt werden. Das ist der falsche Weg. Statt auf Massentierhaltung und Export zu setzen, muss die Bundesregierung die regionale, nachhaltige Landwirtschaft stärker fördern. Die grüne Bundestagsfraktion steht für eine ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltige Landwirtschaft - Fraktionsbeschluss "Artgerechte Tierhaltung und Fleischkonsum"(pdf). Qualität statt Quantität beim Fleischkonsum nützt den Verbrauchern, den Tieren und dient der globalen Ernährungssicherheit. Weitere Informationen in unserem Flyer „Tierschutz“.

Mehr zum Thema Ernährung

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4390478