foodwatch-StudieWerbung für Zucker- und Fettbomben

Eine Tabelle in Scheckkartenform mit der Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel

Nicht überall, wo „Vitamine“ drauf steht, sind auch welche drin. Das ergab jetzt eine neue Untersuchung von foodwatch e. V., wonach 90 Prozent der mit Vitaminen beworbenen Lebensmittel ungesund sind.

Die Daten der foodwatch-Studie zeigen einmal mehr das Versagen von Bundesernährungsminister Schmidt bei Verbraucherschutzfragen.

Bis heute fehlen die durch die Health Claims Verordnung vorgesehenen Nährwertprofile als Bedingung für die Verwendung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben, die laut der Verordnung von der EU-Kommission bis 2009 festgelegt werden sollten. Mit den Nährwertprofilen sollten Höchstwerte für Zucker, Fett und Salz festlegt werden. Werden diese überschritten, sollte keine gesundheitsbezogene Werbung erlaubt sein. Doch unter dem Einfluss der Lebensmittelindustrie ruht diese Diskussion seit Jahren - Nährwertprofile wurden bis heute nicht festgelegt. So können Hersteller ihren „Fett- und Zuckerbomben” immer noch einen gesunden Anstrich verpassen, indem sie diese beispielsweise mit Vitaminen anreichern oder eine Zucker- oder Fettreduzierung angeben.

In einen von der grünen Bundestagsfraktion gestellten Anfrage aus dem Jahr 2014 wurde schon damals deutlich, dass die Bundesregierung das Problem um die Täuschung und Überversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen und der Regelung über Höchstmengen, trotz gegensätzlicher wissenschaftlicher Bewertung nicht ernst nimmt und Verantwortung bei der Höchstmengen- und Nährwertprofilsregelung auf die EU Ebene abschiebt. Das kann nicht sein.

Deshalb fordern wir, dass endlich Nährwertprofile festgelegt werden, die bereits seit mehr als sieben Jahren ausstehen und dass Höchstmengen für die Anreicherung mit Mikronährstoffen festgelegt werden.

Schmidt muss endlich Druck in Brüssel machen anstatt das Thema auszusitzen und notfalls auf nationaler Ebene handeln.

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