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Währungsunion20 Jahre Euroeinführung

zwei griechische Euromünzen mit Reichstag im Hintergrund
Zwanzig Jahre nach der Einführung muss die Währungsunion reformiert werden. Spätestens seit der Euro-Krise 2008 sind die Mängel offenkundig und die Reformen stehen an. Die Bundesregierungen haben sich bisher nur schwach bis gar nicht geäußert.

Der Bundestag stimmte am 23. April 1998 über die Einführung der Gemeinschaftswährung ab. Kaum ein anderes europäisches Projekt war und ist so umstritten, prägend und erfolgreich. 

Als die Abgeordneten des Deutschen Bundestags vor 20 Jahren ihr Ja zur Einführung eines gemeinsamen europäischen Zahlungsmittels gaben, war das mehr als nur ein weiterer Schritt in Richtung einer vertieften Europäischen Union.  Mit einer gemeinsamen Währung, war die europäische Einigung auf einmal für alle Menschen greifbar. Der Euro war ein politisches Versprechen für mehr Zusammenhalt. Der Kontinent rückte näher zusammen, Grenzen wurden durch das gemeinsame Zahlungsmittel weniger spürbar.  Mit seiner Einführung betraten wir Europäer ökonomisches Neuland.

Euro-Krise in 2008

Die Finanzkrise führte uns 10 Jahre später schmerzhaft auf die Versäumnisse der Wirtschafts- und Währungsunion vor Augen. In der sogenannten Euro-Krise verlor die Gemeinschaftswährung viele Anhänger und wurde nicht selten für nationalistische Stimmungsmache missbraucht. Heute ist zwar vieles überstanden, aber die Spuren der Krise sind noch in vielen Ländern sichtbar: seien es die hohen Schuldenstände, das schwache Wachstum oder die teils dramatisch hohe Arbeitslosigkeit.   

Konstruktionsmängel der gemeinsamen Währung

Es ist deshalb an der Zeit, die Konstruktionsmängel der gemeinsamen Währung schnell und umfassend zu beheben. Denn nach der Krise ist vor der Krise. Möglichkeiten hierzu gab es viele, angefangen beim Vier-Präsidenten-Bericht 2012 über den Start der neuen Kommission 2014 bis zum Fünf-Präsidenten-Bericht 2015 und der Sorbonne-Rede des französischen Staatspräsidenten im letzten Herbst.

Dringend notwendige Reformen der Währungsunion

Zu all diesen Gelegenheiten kam aus Berlin nur beredtes Schweigen. Das muss sich nun dringend ändern. Die neue Bundesregierung muss jetzt handeln und das „Weiterso" beenden. Denn das Zeitfenster für Reformen beginnt sich mit den anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 schon bald wieder zu schließen. Dafür braucht es endlich eine konstruktive und stimmige deutsche Position zu den wichtigsten Zukunftsfragen der Wirtschafts- und Währungsunion.

Den Euro zukunftssicher stärken

Europa ist mehr als der Euro, aber wem Europa im Herzen und die ökonomische Vernunft im Kopf steckt, der muss sich 20 Jahren nach der Schaffung unserer Währungsunion hinter eben jene Reformen stellen, die sie krisenfest, fairer und demokratischer macht und damit auch für die Zukunft weiter bewahrt.

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