Frühkindliche BildungChancen für alle Kinder

Zwei Kinder beugen sich über ein Blatt Papier
Mit guter Bildung wollen wir Kindern die Möglichkeit eröffnen, das zu entwickeln, was in ihnen steckt – unabhängig von ihrer Herkunft, Sozialisation oder sozialem Status.

In jedem Kind steckt eine Astronautin, ein Entdecker, eine kleine Architektin, Lehrer, Künstlerin, Lokführer. In jedem Kind steckt das Potential, die eigenen Träume und Wünsche zu verwirklichen. Doch nicht alle Kinder in Deutschland haben die Chance, das zu entwickeln, was in ihnen steckt.

Soziale Herkunft beeinflusst Chancen von Kindern

Bildungsberichte von Bund und Ländern zeigen, dass die Bildungschancen immer noch stark von der sozialen Herkunft abhängig sind. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Kinder, die es schwer haben, immer mehr mit Kindern zusammen lernen, die es ebenfalls schwer haben. Gerade in Stadtteilen, in denen viele sozial benachteiligte Menschen leben, müssen Kitas und Schulen deshalb besonders gut ausgestattet werden.

Mit guter Bildung wollen wir Kindern die Möglichkeit eröffnen, das zu entwickeln, was in ihnen steckt – unabhängig von ihrer Herkunft, Sozialisation oder sozialem Status. Doch dazu mangelt es sowohl an Angeboten wie auch an der Qualität.

Endlich bessere Kitas und frühkindliche Bildung

In den letzten Jahren wurden zwar bundesweit viele Krippen- und Kitaplätze geschaffen. Erstmals haben die Kinder einen Rechtsanspruch auf ein Angebot der frühkindlichen Bildung erhalten. Nur hat sich die Qualität der Angebote zu wenig verbessert und lässt in manchen Bereichen noch sehr zu wünschen übrig. Und es sind immer noch viel zu wenige Angebote vorhanden – trotz Rechtsanspruch.

Aktuelle Untersuchungen machen das Ausmaß deutlich: In den nächsten drei Jahren werden weitere rund 350.000 Plätze in Krippen, Kitas oder in der Kindertagespflege benötigt. Die Bundesregierung beteiligt sich bisher allerdings nur an der Schaffung von weiteren 100.000 Plätzen.

Deutschlandweit gibt es außerdem schon jetzt erhebliche Unterschiede, wie viele Kinder eine Erzieherin oder ein Erzieher betreut. Dabei ist die Zeit, die die Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen für die Kinder haben, entscheidend dafür, dass sich die Kinder wohlfühlen und für individuelle Förderung und Bildungserfolg.

Daher wollen Mindeststandards wir die Qualität gesetzlich festlegen – zum Beispiel den Betreuungsschlüssel, damit Erzieherinnen und Erzieher ausreichend Zeit für die Kinder, für Vor- und Nachbereitung und Elterngespräche haben. Für die Verbesserung der Qualität und den notwendigen Ausbau der Angebote fordern wir, dass sich der Bund insgesamt mit zusätzlichen drei Milliarden Euro pro Jahr beteiligt.

Sanierungsstau in den Schulen auflösen

Schulen, an denen junge Menschen fürs Leben lernen und die auf eine gute Zukunft vorbereiten, müssen selbst Orte der Zukunft sein. Zu oft blättert der Putz von den Wänden, sind die Klos kaputt und gibt es zu wenig Platz. Zu selten sind Gruppenräume, Klassenzimmer oder Kantinen so, dass man sich in ihnen wohlfühlen und gut lernen kann.

Um dies zu ändern wollen wir finanzschwache Kommunen gezielt entlasten und den enormen Sanierungsstau auflösen. Um Schulen zu sanieren, werden wir in den nächsten fünf Jahren zehn Milliarden Euro bereitstellen und damit 10.000 Schulen fit für die Zukunft zu machen.

Zudem haben die Schulen in den letzten Jahren zahlreiche neue Aufgaben bekommen: gemeinsamer Schulbesuch von Kindern mit und ohne Behinderung, digitale Bildung, Schulsozialarbeit. Hinzu kommen die zu uns geflüchteten Kinder und Jugendlichen mit ihren besonderen Bedürfnissen.

Unser Antrag „Geld, Zeit, Bildung und Teilhabe – Familien gezielt unterstützen“ verdeutlicht, warum wir finden, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam Verantwortung übernehmen müssen, auch finanziell. Auch muss sich der Bund stärker an der Finanzierung von Bildung beteiligen. Voraussetzung dafür ist allerdings auch die Aufhebung des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern.

Mehr zum Thema Familie

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4403449