WeltkindertagKein Kind in Deutschland muss arm sein!

Mit nur sechs Milliarden Euro könnten wir die Kinderarmut in Deutschland beenden. Hier stehen die konkreten Maßnahmen, für die wir das Geld einsetzen wollen.

Zum Weltkindertag am 20. September richtet sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Lebenssituation von Kindern. Auch in 2017 zeigt sich, dass es bei der Kinderfreundlichkeit Deutschlands noch viel zu tun gibt. Am deutlichsten wird dies bei der Kinderarmut. Seit vielen Jahren liegt die Zahl der armutsgefährdeten Kinder bei rund 2,5 Millionen Kindern und Jugendlichen. Auch durch die vielen zu uns geflüchteten Minderjährigen ist die Kinderarmut nun auf 2,7 Millionen angestiegen.

Kinderarmut hat ein skandalöses Ausmaß

Trotz der guten wirtschaftlichen Lage und vieler Ankündigungen hat der politische Wille bisher nicht ausgereicht, die Kinderarmut endlich spürbar zu verändern. Zwar waren die Erhöhung des Kinderzuschlags und die Verbesserungen beim Unterhaltsvorschuss Schritte in die richtige Richtung, doch ist ihre Wirkung angesichts des Ausmaßes der Kinderarmut kaum wahrnehmbar.

Es zeigt sich zum Weltkindertag in aller Deutlichkeit: Die große Koalition hat ihre Chancen nicht genutzt. Immer noch bekommen Kinder im ALG-II-Bezug zu wenig. Besonders armutsgefährdet sind Kinder von Alleinerziehenden und Kinder mit vielen Geschwistern.

Das grüne Familien-Budget

Wir wollen mit dem grünen Familien-Budget alle Familien, vor allem aber Familien mit geringem und mittlerem Einkommen entlasten. Für uns hat die Bekämpfung von Kinderarmut einen zentralen politischen Stellenwert. Das grüne Familien-Budget besteht aus drei Reformteilen:

  • Anpassung der Kinderregelsätze für Familien im ALG III-Bezug
  • Einführung eines einkommensabhängigen Kindergeld-Bonus für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen und für Alleinerziehende (zusätzlich zum Kindergeld)
  • Eine einkommensunabhängige Kindergrundsicherung

Kinderrechte im Grundgesetz stärken

Seit vielen Jahren fordern wir, die Rechte von Kindern und Jugendlichen ausdrücklich auch im Grundgesetz zu stärken. Die Grüne Bundestagsfraktion hat dazu bereits verschiedene Anträge und in der letzten Wahlperiode auch einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht.

Mehr Kita-Fachkräfte

Zwar haben alle Kinder die gleichen Rechte, es kommen aber nicht alle zu ihrem Recht. Das muss sich ändern. So hängen weiterhin die Entwicklungs- und Bildungschancen nicht nur vom Geldbeutel der Eltern, sondern maßgeblich auch von der Region ab, in der die Kinder leben. Am auffälligsten ist dies in den Kindertagesstätten. Die Qualitätsunterschiede, vor allem beim Personalschlüssel in der Kindertagesbetreuung, müssen durch einheitliche Standards abgebaut werden.

Qualitätsstandards für Kindertagesstätten

Wir wollen mehr und vor allem wirklich gute Kita-Angebote. Standards für die Qualität wollen wir gesetzlich festlegen – damit Erzieherinnen und Erzieher ausreichend Zeit für die Kinder, für Vor- und Nachbereitung und Elterngespräche haben. Eine Erzieherin oder ein Erzieher sollen künftig höchstens drei Kinder unter drei Jahren beziehungsweise höchstens zehn ältere Kinder betreuen. Kinder sollen ab dem zweiten Lebensjahr bis zur Einschulung einen Rechtsanspruch auf ein ganztägiges Angebot frühkindlicher Bildung und Betreuung bekommen.

Mehr zum Thema Familie

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4404365