ElterngeldEltern wollen mehr Flexibilität

Kind spielt mit Ringen

Mit der Weiterentwicklung des Elterngeldes setzt die Bundesregierung eine der wenigen wirklich konkreten Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag um: Mehr Flexibilität auch über das dritte Lebensjahr des Kindes hinaus und mehr Partnerschaftlichkeit sind die entscheidenden Stichworte.

Das „neue“ am Elterngeld

„Elterngeld Plus“ - so heißt die eine Neuerung. Klingt gut, und doch korrigiert die Ministerin damit eigentlich den bisherigen Konstruktionsfehler des Elterngeldes: den sogenannten doppelten Anspruchsverbrauch. Wollen Eltern gegenwärtig beide gleichzeitig in Elternzeit gehen, können sie dies nicht 14 sondern nur maximal 7 Monate lang. Denn sie verbrauchen zwei Monate Elterngeld pro Lebensmonat des Kindes. Durch die Inanspruchnahme des neuen „Elterngeld Plus“ sollen Eltern die Bezugsdauer des Elterngeldes künftig verdoppeln können. Mit dem Partnerschaftsbonus sollen sie jeweils zwei zusätzliche Monate Elterngeld Plus erhalten, wenn beide gleichzeitig für vier Monate in Teilzeit 25 bis 30 Stunden arbeiten. Dies geht in die richtige Richtung, aber an der Realität vieler Familien vorbei. Viele Eltern brauchen auch nach dem dritten Lebensjahr ihres Kindes mehr Zeit und wollen ihre wöchentliche Arbeitszeit am liebsten flexibler den Erfordernissen anpassen.

Eltern brauchen eine weitergehende Flexibilisierung

Schwesigs neues Elterngeld ermöglicht maximal 28 Monate Elterngeld-Bezug. Viel zu wenig und zu unflexibel, finden wir. Daher fordern wir die Regierung in einem Antrag auf, sich zukünftig am schwedischen Elterngeldmodell zu orientieren. Dort können Eltern ihre Wochenarbeitszeit flexibel reduzieren. Der Elterngeldbezug verlängert sich dann in entsprechendem Maße. Möchte ein Vater also nach zwei monatiger Auszeit wieder mit 75 Prozent einsteigen, so erhält er Elterngeld für einen 25 Prozent längeren Zeitraum.

Dieses Modell ermöglicht jungen Familien in Deutschland tatsächliche Flexibilität und die Möglichkeit, ihr Familienleben nach eigenen Wünschen zu gestalten. All dies darf jedoch für Eltern nicht zur Sackgasse werden. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass Eltern auf ihre alte Wochenstundenzahl zurückkehren können. Dieses sogenannte Rückkehrrecht hatte die letzte wie auch diese Bundesregierung wiederholt angekündigt. Die Umsetzung steht noch aus.

Ausweitung der Elternzeit

Die grüne Bundestagsfraktion begrüßt die Reform des Elterngeldes als Schritt in die richtige Richtung. Eltern haben die Möglichkeit, Elternzeit nun in drei Abschnitten zu nehmen und auch auf einen Zeitraum nach dem dritten Lebensjahr des Kindes zu übertragen, nun maximal bis zum achten Geburtstag des Kindes. Damit kommt die Ministerin einer Forderung aus dem Achten Familienbericht nach (externer Link). Allerdings nur in Teilen. Das Expertengremium, welches die Bundesregierung mit der Erstellung des Berichts beauftragt hatte, empfiehlt eine Ausweitung bis zum 14. Lebensjahr. Einer Empfehlung, der sich auch die grüne Bundestagsfraktion angenommen hatte.

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