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KindertagesbetreuungErzieherin/Erzieher dringend gesucht!

In einem Sandkasten spielen die Kinder der Kindertagesstätte "Sonnenschein" in Wismar.
Zu wenige Betreuungsplätze sind ein ungelöstes Problem. Zu wenige ErzieherInnen ein zweites. Dabei gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Platz und einen gesetzlich festgelegten Betreuungsschlüssel.

Das neue Kitajahr startet aber  trotz des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz, sind viele Eltern bei der Suche nach einem Kita- oder Krippenplatz leer ausgegangen. Das liegt häufig gar nicht daran, dass es keine Kita gibt, sondern zunehmend an den fehlenden Erzieherinnen und Erziehern. Immer häufiger können Einrichtungen, die eigentlich genügend Platz haben, keine weiteren Gruppen eröffnen, weil ihnen schlicht das Personal fehlt.

Bereits im Jahr 2012 hat eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Fachkräftegewinnung in der Kindertagesbetreuung Empfehlungen für die verschiedenen föderalen Ebenen (Bund, Länder und Kommunen) und die Träger formuliert. Doch in der Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage zu Fachkräftebedarfen in der Kindertagesbetreuung und zu den verabredeten Empfehlungen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe wird deutlich, dass es dazu keine systematische Bestandsaufnahme geschweige denn eine kontinuierliche Umsetzung der Empfehlungen gibt. Die vergangenen Jahre wurden verschlafen und 2017 einfach die nächste Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Fachkräftegewinnung eingesetzt. Diese soll ein Maßnahmenpaket erarbeiten, dass nun endlich zeitnah umgesetzt und finanziell hinterlegt werden muss.

Frühkindliche Bildung

In den letzten Jahren hat der ErzieherInnenberuf eine starke Bedeutungssteigerung erfahren. Die Aufgaben des pädagogischen Fachpersonals sind komplex und vielschichtig. Das Stichwort „frühkindliche Bildung“ hat eine steile Karriere hinter sich. Es finden sich seit einigen Jahren erste Studiengänge speziell zur frühkindlichen Pädagogik und für Leitungspositionen in Kindertageseinrichtungen. Parallel dazu ist der Bedarf an Fachkräften enorm gestiegen.

390.000 ErzieherInnen fehlen bis 2025

Das Deutsche Jugendinstitut geht von einer Fachkräftelücke von bis zu 390.000 Erzieherinnen und Erziehern bis zum Jahr 2025 aus. Mit der geplanten Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen wird sich der Bedarf nach Erzieherinnen und Erziehern noch deutlich weiter steigern.

Angesichts fortwährend steigender Fachkräftebedarfe müssen sowohl die Ausbildung als auch die späteren Arbeitsbedingungen des ErzieherInnenberufs deutlich attraktiver werden, um mehr junge Menschen für dieses gesamtgesellschaftlich wichtige Berufsfeld zu gewinnen, erfahrene Kräfte zu halten und auch Quereinsteiger zu gewinnen.

Bessere Arbeitsbedingungen für ErzieherInnen

Obwohl Erzieherinnen und Erzieher eine enorm wichtige Aufgabe übernehmen, erfahren sie oft nicht die Wertschätzung, die ihre wertvolle Arbeit verdient. Das Problem beginnt bei der fachschulischen Ausbildung, die nicht mehr mit dem Entwicklungstempo der Anforderungen des Berufs mithalten kann und endet bei schlechten Vergütungen und unzureichenden Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. All das macht den so wichtigen Beruf des Erziehers und der Erzieherin wenig attraktiv. Gleichzeitig steigen mit Blick auf die Herausforderungen durch Inklusion und Einwanderungsgesellschaft die qualitativen Anforderungen an das Personal.  

Einwanderungsgesellschaft braucht frühkindliche Bildung

Mit den bislang verfügbaren oder angedachten Strategien der Fachkräftegewinnung allein ist die Gewinnung ausreichender Fachkräfte nicht zu erreichen. Ohne eine gezielte, grundlegende und auch vom Bund geförderte Fachkraftoffensive und einer Aufwertung der frühen Bildung wird der Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern kaum zu decken sein. Leidtragende sind die vielen Eltern, die nun ohne Kita- oder Krippenplatz dastehen und nicht wissen, wie sie ihre junge Familie mit den Anforderungen des Arbeitslebens vereinbaren sollen.

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