Internationaler Tag der FamilieFamilien gezielt unterstützen

Mehr Rechtssicherheit und Anerkennung für die Leistung sozialer Eltern
Familien sind so vielfältig, wie das Leben. Wir möchten Familien in allen Formen und Lebensmodellen unterstützen und stärken.

Familien sind so vielfältig, wie das Leben. Wir möchten Familien in allen Formen und Lebensmodellen unterstützen und stärken. Denn Familien leisten viel: füreinander, aber auch für die Gesellschaft insgesamt. Viele sind mit ihrem Alltag und Leben zufrieden. Doch es gibt immer mehr Eltern, die sich finanzielle Sorgen machen oder denen die Puste auszugehen droht. Und das, obwohl Deutschland ein wohlhabendes Land ist. Diese Sorgen und Probleme nehmen wir ernst. Die grüne Bundestagsfraktion findet, dass Familien mehr Unterstützung brauchen. Dies muss sich in einer zeitgemäßen Familienförderung widerspiegeln, die Kinder unabhängig Lebensmodell ihrer Eltern und zudem bedarfsgerecht fördert. Darum wollen wir die Familienförderung ausbauen und an den Kinder orientieren; Kinderarmut bekämpfen und Alleinerziehende stärken; wirklich gute Bildungs- und Betreuungsangebote schaffen und mit der grünen Zeitpolitik dafür sorgen, dass Eltern alles unter einen Hut bekommen.

Die schwarz-rote Koalition und die Familienministerin Schwesig wollen uns glauben lassen, sie hätten für die Kinder und Familien in Deutschland viel bewegt. Aber der Schein trügt. Die Lücke zwischen den Bedürfnissen beziehungsweise Problemen von Familien und der Wirklichkeit ist in vielen Bereichen deutlich größer geworden. Viel zu oft hat Frau Schwesig Dinge angekündigt, die sie nicht gehalten hat oder die wirkungslos blieben. Was aus unserer Sicht dringend passieren muss, haben wir in unserem Bundestagsantrag Geld, Zeit, Bildung und Teilhabe - Familien gezielt unterstützen dargelegt.

Erschreckend hohe Kinderarmut in einem reichen Land

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von materiellen Leistungen für Eltern beziehungsweise für Kinder. Allerdings ist die Familienförderung in Deutschland nicht gerecht, denn einkommensstarke Familien werden de facto stärker gefördert als solche mit geringem oder mittlerem Einkommen. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die steuerlichen Leistungen, wie das Ehegattensplitting und die Kinderfreibeträge, die dafür sorgen dass die finanzielle Unterstützung mit dem zu versteuernden Einkommen wächst. Diese Steuervorteile erhalten Familien zudem quasi automatisch, wohingegen Familien mit kleinem Einkommen sich mit vielen verschiedenen Behörden auseinandersetzen müssen, um das Nötigste zum Leben zu haben. Viele Familien nehmen Leistungen aus Unkenntnis nicht wahr, obwohl sie einen Anspruch darauf haben. Familien dürfen nicht nur deswegen bedürftig werden, weil sie Kinder haben und sie der Kinderzuschlag nur unzureichend erreicht.

2,5 Millionen Kinder sind in Deutschland seit vielen Jahren von Armut bedroht. Die Zahl der betroffenen Kinder hält sich seit Jahren auf hohem Niveau, zuletzt ist sie sogar gestiegen. Deutschland ist ein reiches Land - die Dimension der Kinderarmut ist daher besonders beschämend. Besonders von Armut gefährdet sind Alleinerziehende wie auch Familien mit drei und mehr Kindern.

Viele Alleinerziehende sind Vollzeit beschäftigt und doch reicht in vielen dieser Familien das Einkommen nicht aus. Alleinerziehende brauchen unsere besondere Unterstützung. Wir haben dazu den Antrag "Alleinerziehende stärken - Teilhabe von Kindern sichern" in den Bundestag eingebracht. Sie brauchen mehr Wege in gut bezahlte Arbeit und einen leichteren Wiedereinstieg in den Beruf und müssen vor Armut besser geschützt werden. Das ist zugleich einer der Schlüssel, Kinderarmut in Deutschland wirksam zu bekämpfen und diesen Familien und ihren Kindern Teilhabe zu ermöglichen. Alleinerziehende sind besonders auf erreichbare, gute und verlässliche Betreuung ihrer Kinder in Kindergärten und Ganztagsschulen angewiesen.

Um Kinderarmut endlich effektiv zu bekämpfen und Familien insgesamt zu stärken wollen wir ein Familienbudget von jährlich 12 Milliarden Euro auflegen. Auch dazu haben wir einen Antrag in den Bundestag eingebracht: "Familien stärken - Kinder fördern". Wir wollen die Regelsätze für Kinder in der Grundsicherung so bemessen, dass sie den tatsächlichen Bedarf decken. Mit unserem Kindergeld-Bonus garantieren wir, dass Kinder in Familien mit niedrigem Einkommen und Alleinerziehende bekommen, was sie zum Leben brauchen - und zwar aus einer Hand und ohne es beantragen zu müssen. Mit einer Kindergrundsicherung für alle, in der wir Kindergeld und Kinderfreibeträge zusammenfassen, beenden wir die Ungerechtigkeit, dass sich die staatliche Unterstützung für Kinder am Einkommen ihrer Eltern bemisst, und wir entlasten Familien mit mittlerem Einkommen. Diese drei Elemente zusammen bilden das Familien-Budget.
Eltern, die heute bereits verheiratet oder verpartnert sind, können zwischen dem alten Ehegattensplitting und dem neuen Familientarif plus Kindergrundsicherung wählen. Der Familientarif sieht eine individuelle Besteuerung der PartnerInnen mit doppeltem Grundfreibetrag vor.

Gute Kitas und Schulen

Zu einem guten Aufwachsen gehört hochwertige Bildung und Betreuung. Unser Antrag dazu: "Qualität in der frühkindlichen Bildung fördern". Dazu gehören Kitas, die jedes einzelne Kind unterstützen und Schulen, die Kindern individuell helfen, ihre Potenziale zu entfalten. Wie gut die Angebote für Kinder sind, hängt stark davon ab, wie viele Fachkräfte da sind und wie sie ausgebildet sind. Auch davon, wie lange Kitas, Tagespflege, Schulen oder Horte geöffnet haben und dass es überhaupt ausreichende Angebote gibt. Alle Kinder sollen gerechte Startchancen bekommen, das ist eine zentrale Voraussetzung, um Bildungsarmut zu verhindern. Wir wollen deshalb den Betreuungsschlüssel gesetzlich festlegen und so dafür sorgen, dass überall die Erzieherinnen und Erzieher ausreichend Zeit für die Kinder haben, aber auch für die pädagogische Vor- und Nachbereitung oder für Elterngespräche. Kinder sollen ab dem zweiten Lebensjahr bis zur Einschulung einen Rechtsanspruch auf ein ganztägiges Angebot frühkindlicher Bildung und Betreuung bekommen. Wir wollen deutlich mehr Ganztagsschulen schaffen, um weiterhin gute Betreuung zu gewährleisten. Dafür soll der Bund mit den Ländern zusammenarbeiten dürfen und diesen Ausbau mitfinanzieren.

Familien brauchen Zeit

Wir Grüne im Bundestag wollen, dass Beruf und Privatleben besser miteinander zu vereinbaren sind. Unsere Position dazu haben wir im Antrag "Zeit für mehr - Damit Arbeit gut ins Leben passt" dokumentiert. Denn vor allem Kinder brauchen die Zeit und Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Eltern leisten sehr viel für ihre Kinder. Das ist zeitweise anstrengend und belastend. Damit Eltern nicht die Puste ausgeht wollen wir mit innovativen Arbeitszeitkonzepten dabei unterstützen, Beruf und Privatleben besser unter einen Hut zu bekommen. Vor allem mit unserer KinderZeit Plus: Jeder Elternteil hat Anspruch auf acht Monate Unterstützung. Weitere acht Monate können die Eltern frei untereinander aufteilen. Im ersten Lebensjahr des Kindes können beide Eltern - nacheinander oder gleichzeitig - vollständig aus dem Beruf aussteigen. Danach wird eine Reduzierung der Arbeitszeit finanziell abgefedert. Um sich das Mehr an Zeit für die Familie leisten zu können, gleichen wir das geringere Einkommen mit einer Lohnersatzleistung aus. Daneben wollen wir eine "flexiblen Vollzeit" einführen, mit der Beschäftigte ihre Arbeitszeit um bis zu zehn Wochenstunden reduzieren und wieder erhöhen können. Dass bestehende Recht auf Teilzeit ergänzen wir um ein Rückkehrrecht auf den alten Stundenumfang.

Aufgabe des Staates ist es, gute Rahmenbedingungen für das Aufwachsen von Kindern zu schaffen, und Eltern zu unterstützen, damit sie die Verantwortung gegenüber ihren Kindern wahrnehmen können. Mit einer modernen Familienpolitik nimmt die grüne Bundestagsfraktion daher Geld, Zeit und Infrastruktur in den Blick.

Mehr zum Thema Familie

2 Kommentare
Achtet doch auf die Rechtschreibung.
Ronja 19.05.2017

Liebste Grüne! Achtet doch bitte auf eine korrekte Orthographie. Es heißt "widerspiegeln" (vgl. http://wortwuchs.net/schreibweise/wiederspiegeln-widerspiegeln/).

Grüße!

Antwort an Ronja
Grüne Redaktion 19.05.2017

Hallo Ronja,

herzlichen Dank für den Hinweis. Das haben wir natürlich gleich geändert.

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4403041