Sexuelle Gewalt an Mädchen und JungenKinder schützen - Prävention stärken

Ein Mädchen lässt die nackten Füße baumeln.

Sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen ist ein schreckliches Verbrechen. Seit Anfang 2014 gibt es zu Recht eine breite Debatte über „Kinderpornografie“. Dabei geht es darum, ob die strafrechtlichen Regelungen im Hinblick auf die Darstellung von unbekleideten Kindern und Jugendlichen ausreichend sind und wie sie verbessert werden können. Die Koalitionsfraktionen bringen nun im beschleunigten Verfahren einen Gesetzentwurf ein, der zahlreiche Dinge im Sexualstrafrecht ändern soll. Neben den viel diskutierten Klarstellungen bei sogenannten Posing-Aufnahmen soll beispielsweise der Verjährungsbeginn bei sexuellem Missbrauch auf das 30. Lebensjahr verschoben werden. Kritisch zu beurteilen ist im Paket der vielen Änderungen, dass künftig jede Herstellung einer Bildaufnahme, die geeignet ist, dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich zu schaden, mit drei Jahren Freiheitsstrafe belangt werden könnte.

Ohne intensive Beratungen und Anhörungen geht es nicht

All die vorgeschlagenen Änderungen sind im parlamentarischen Verfahren intensiv und unter umfassender Einbeziehung von Sachverständigen im Rahmen einer Anhörung im Deutschen Bundestag zu beraten.

Leerstelle bei der Prävention

Was jedoch fehlt, ist die Förderung der Prävention, denn das Strafrecht greift erst, wenn der Missbrauch schon geschehen ist. Es muss weit mehr getan werden, damit Mädchen und Jungen gar nicht erst sexuell missbraucht oder für die Herstellung von Fotos oder Videos instrumentalisiert werden. Unser Antrag Kinder schützen – Prävention stärken zeigt das breite Spektrum an präventiven Maßnahmen auf, die ergriffen werden müssen.

Grüner Antrag fordert umfangreiches Maßnahmenpaket

Kinder und Jugendliche müssen um ihre Rechte wissen, um sie überhaupt bewusst wahrnehmen und sich abgrenzen zu können. Eine wichtige Maßnahme ist dabei, durch höhere Sicherheits- und Privatsphäreneinstellungen einen besseren Schutz in sozialen Netzwerken gesetzlich abzusichern. Die Förderung von Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen - aber auch bei Eltern und pädagogischen Fachkräften - ist besonders wichtig, damit Kinder und Jugendliche sich sicherer im Netz bewegen können.

Auch die Bundesministerin Schwesig scheint die Wichtigkeit der Prävention erkannt zu haben. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Johannes-Wilhelm Rörig, dem Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, hat sie dazu einige Initiativen angekündigt. Nun muss sie diesen Worten zeitnah Taten folgen lassen.

Mehr zum Thema Familie

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4392983