ElterngeldVereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit

Eine Frau und ein Mann schieben einen Kinderwagen auf dem Gehweg.
Eltern brauchen mehr Zeit für ihre Kinder und mehr Möglichkeiten ihr Berufsleben mit der Familie zu vereinbaren. Der Koalitionsvertrag sieht keinerlei Verbesserungen vor.

Familien brauchen mehr Zeit. Die gestiegene Inanspruchnahme des Elterngeld Plus belegt den Wunsch vieler Eltern, Familien- und Erwerbsarbeit besser zu vereinbaren und auch partnerschaftlicher untereinander aufteilen zu können. Hier zeigt sich ein klarer Arbeitsauftrag für die Familienpolitik der nächsten Jahre: Ausweitung des Elterngeldes, flexiblere Möglichkeiten der Inanspruchnahme und mehr Unterstützung für Partnerschaftlichkeit. Doch Union und SPD offenbaren in ihrer Koalitionsvereinbarung in diesem Punkt eine absolute Leerstelle.

Junge Eltern brauchen mehr Zeit

Die Zeitbedarfe junger Eltern sind nach dem zweiten Geburtstag des Kindes keineswegs verschwunden. Der Wechsel auf die weiterführende Schule der Tochter oder der Liebeskummer des 14-Jährigen verlangen schließlich ebenso Aufmerksamkeit wie die Mittelohrentzündung der Jüngsten. Gleichzeitig wollen und müssen Eltern berufstätig sein. Ein Großteil der Eltern von Kindern im Alter zwischen einem und drei Jahren (1,7 Millionen Familien) beklagt die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mehr als die Hälfte der Eltern hat eigenen Angaben zufolge große oder sehr große Probleme, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Immer mehr Eltern sind berufstätig.

Sie wünschen sich mehr Zeit für ihre Kinder. Dabei ist es ihnen wichtig, Erwerbs- und Sorgearbeit partnerschaftlich untereinander aufzuteilen. Diese Ziele unterstützt die grüne KinderZeit Plus: Das bestehende Elterngeld, der finanzielle Schonraum im ersten Lebensjahr, soll weiterentwickelt werden. Jedes Elternteil soll acht Monate Unterstützung erhalten – weitere acht Monate sollen sie frei untereinander aufteilen können. Alleinerziehenden stehen die 24 Monate selbstverständlich auch zur Verfügung.

Im ersten aufregenden und anstrengenden Lebensjahr des Kindes können beide Elternteile – nacheinander oder gleichzeitig – für maximal zwölf Monate vollständig aus dem Beruf aussteigen. Danach soll die KinderZeit Plus genutzt werden können, um eine Arbeitszeitreduzierung finanziell abzufedern, damit alle – auch Menschen mit niedrigerem Einkommen - sich eine solche Reduzierung leisten können. Nutzen Eltern die KinderZeit Plus, um Teilzeit zu arbeiten, verlängert sich die Bezugszeit entsprechend.

Die KinderZeit Plus hilft Eltern zudem, wenn das Kind bei der Ein- oder Umschulung mehr Aufmerksamkeit braucht. Denn sie soll sich bis zum 14. Geburtstag des Kindes nehmen lassen. Mit der grünen KinderZeit Plus hätten Eltern größere Entscheidungsspielräume, könnte Müttern ein schneller Wiedereinstieg in den Job oder die Ausbildung erleichtert werden. Und schließlich unterstützt die grüne KinderZeit Plus eine vollzeitnahe Teilzeit beider Eltern nach dem ersten Lebensjahr eines Kindes.

Es reicht nicht auf halbem Wege stehen zu bleiben. Eltern haben keine Zeit für vier Jahre Stillstand bei der Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit.

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