KinderbetreuungZu wenig für gute Kitas

Eröffnung einer 24-Stunden-Kita in Schwerin

Für Eltern ist es enorm wichtig, wie viele Erzieherinnen und Erzieher sich um ihr Kind kümmern. Familie und Beruf sind nur dann gut miteinander zu vereinbaren, wenn Eltern wissen, dass das eigene Kind gut betreut ist.

Kinder brauchen Menschen, zu denen sie neben ihren Eltern eine verlässliche Beziehung aufbauen können. Frühkindliche Bildung braucht Personal. Dabei ist auch die Frage der Qualifizierung der Fachkräfte wichtig.

Die Qualität der Kindertagesbetreuung wird wesentlich bestimmt von der Frage, wie viele, wie ausgebildete Fachkräfte den Kindern wie lange zur Verfügung stehen.

Doch genau hier zeigt sich seit Jahren, dass es von Bundesland zu Bundesland, sogar von Ort zu Ort erhebliche Unterschiede gibt. Der an sich zu begrüßende recht rasante Ausbau der Kindertagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren hat sich auf die Qualität der Angebote eher negativ ausgewirkt. Erschwerend kommt hinzu, dass gegenwärtig und wohl auch für die nächste Zeit nicht genügend Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet werden.

Beim Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz sollte es aber nicht nur um ein Betreuungsangebot gehen, sondern um ein Angebot, das frühkindliche Bildung und individuelle Förderung ermöglicht. Gute Kitas sind Bildungseinrichtungen, sie sichern Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe für alle Kinder.

Bis heute stehen trotz Rechtsanspruch vielerorts nicht einmal genügend Plätze in einer Kita oder der Tagespflege zur Verfügung, um die Nachfrage der Eltern zu erfüllen; insbesondere in Großstädten und Ballungsgebieten.

Grüne Forderungen

Die grüne Bundestagsfraktion fordert schon länger, so zum Beispiel im Bundestagsantrag „Qualität in der frühkindlichen Bildung fördern“ (Drs. 18/1459) mehr Engagement beim Ausbau der Angebote. Und vor allem: einen auf die Fachkraft-Kind-Relation bezogenen Standard gesetzlich zu verankern. Eine Fachkraft sollte nicht mehr als vier Kinder unter drei Jahren oder zehn Kinder über drei Jahren betreuen. Und sie sollte ausreichend Zeit für all die anderen Aufgaben haben: Vor- und Nachbereitung, Elterngespräche, Fort- und Weiterbildung …

So sieht das auch die Mehrheit der Fachleute und Fachverbände in Deutschland. Sie warnen schon lange vor den Folgen der mancherorts schlechten Qualität in den Einrichtungen. Sowohl der erste als auch der zweite Zwischenbericht zur Evaluation des Kinderförderungsgesetzes der Bundesregierung stellten fest, dass der Personaleinsatzschlüssel vielerorts als „unter fachlichen Gesichtspunkten als bedenklich“ und „verbesserungswürdig“ einzustufen ist.

Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz

Ganztägige Angebote ermöglichen einen anderen Tagesrhythmus und bieten mehr Zeit für die Förderung der Kinder. Daher fordern wir eine gesetzliche Klarstellung, dass es sich beim Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz um einen Ganztagsplatz handelt – für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bis zur Einschulung. Eine solche ganztägige Betreuung ist auch für die Eltern wichtig, die sie aus beruflichen Gründen wollen und brauchen.

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