FrauentagFür mehr Gleichstellung in der Wissenschaft

Bis heute sind Frauen im Wissenschaftssystem eklatant unterrepräsentiert. Die Chancen eines männlichen Hochschulabsolventen auf eine Professur sind nach wie vor höher als die einer Hochschulabsolventin. Die grüne Bundestagsfraktion hat einen Antrag zu Frauen in der Wissenschaft und Gender in der Forschung vorgelegt.

Bis heute sind Frauen im Wissenschaftssystem eklatant unterrepräsentiert. Trotz leichter Verbesserung gilt weiter: Je höher die Karrierestufe, desto dünner ist die Luft für Frauen. Die Chancen eines männlichen Hochschulabsolventen auf eine Professur sind nach wie vor höher als die einer Hochschulabsolventin.

Fortschritt kommt nur langsam voran

Seit rund 30 Jahren befassen sich maßgebliche Wissenschaftsorganisationen wie der Wissenschaftsrat, die Hochschulrektorenkonferenz oder die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz mit dieser Problematik. Und doch ist in den letzten zehn Jahren nur ein winziger jährlicher Zuwachs des Frauenanteils bei den Professuren von durchschnittlich 0,77 Prozentpunkten zu beobachten. Auch bei den außeruniversitären Forschungseinrichtungen gibt es in den Spitzenpositionen Zuwächse, doch die Gleichstellungsfortschritte sind dort ebenfalls zu langsam.

Grüne Forderungen

Da die Bundesregierung sich bei dem Thema nicht bewegt, hat die grüne Bundestagsfraktion nun einen Antrag zu Frauen in der Wissenschaft und Gender in der Forschung vorgelegt. Die drei Kernanliegen des Antrages zu Chancengerechtigkeit in der Wissenschaft sind:

  • das Hinsteuern auf 40 Prozent Frauenanteil in allen Ebenen der Wissenschaft und Forschung. Dafür sind sowohl belohnende als auch sanktionierende Maßnahmen wichtig und angebracht und sollten endlich ernsthaft erwogen werden.
  • eine verbindliche Gestaltung des Kaskadenmodells. Das Kaskadenmodell sieht vor, dass die Anteile von Wissenschaftlerinnen in den jeweiligen Karrierestufen den Anteil der darunter liegenden Qualifikationsstufe erreicht.
  • die Fortsetzung des Professorinnen-Programmes und die mögliche Einführung eines analogen Programmes für Nachwuchswissenschaftlerinnen.

Bundesregierung hat nichts in petto

Aus einer Kleinen Anfrage der grünen Bundestagsfraktion zur Chancengerechtigkeit vor einem Jahr ging hervor, dass die Bundesregierung bislang keine nennenswerten Initiativen oder neue Programme in petto hat. Auch ein Fachgespräch zu Chancengleichheit in der Wissenschaft, das vergangenes Jahr im Herbst im Forschungsausschuss stattfand und viele Ideen brachte, hat daran nichts geändert. In dem Fachgespräch kam unter anderem der Vorschlag zur Sprache, ein Förderprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen zu schaffen.

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