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WissensgesellschaftGesellschaftliche Partizipation in Wissenschaft und Forschung

Frau im Labor
Neue Impulse für Forschung und Wissenschaft können auch aus der aktiven Zivilgesellschaft kommen.

Die Wissenschaft muss sich heute vielen Herausforderungen stellen. Viele Menschen erwarten, dass neue Erkenntnisse aus der Forschung dazu beitragen, die großen gesellschaftlichen Aufgaben zu lösen – von der Abwendung der Klimakrise über das Aufhalten des Artensterbens bis zum nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten.

Andererseits werden neben diesen hohen Erwartungen an die Problemlösungsfähigkeit der Wissenschaft auch gesellschaftliche Ansprüche von Transparenz und Unabhängigkeit gestellt. Um diese Erwartungen zu erfüllen, braucht Wissenschaft Freiheit und eine auskömmliche Finanzierung. Und sie muss in der Mitte unserer Gesellschaft verankert sein, um sich für Neugier, Forschungsdrang und neue Impulse von außen zu öffnen.

Citizen Science: Gemeinsam forschen vor Ort

Vielerorts tüfteln schon heute BewohnerInnen von Stadtquartieren gemeinsam mit ForscherInnen in Reallaboren an Lösungen für nachhaltige Städte oder klimafreundlichen Mobilitätskonzepten.

Oder BürgerInnen dokumentieren in ihren Regionen die Artenvielfalt, um dann gemeinsam mit WissenschaftlerInnen die Biodiversität zu schützen. Diese Ansätze wollen wir stärken und ausweiten.

Dafür braucht es aber zugleich verbindliche Qualitätsstandards und vereinbarte Mitbestimmungsmöglichkeiten, die „Scheinpartizipation“ verhindern und die engagierten BürgerInnen nicht ausnutzen. Insbesondere darf gesellschaftliche Beteiligung nicht vorgegaukelt werden, um längst getroffene Entscheidungen im Nachhinein zu legitimieren.

Zivilgesellschaft: Wichtige Beiträge zur Wissenschaftspolitik

Mehr Beteiligungsmöglichkeiten braucht es aber nicht nur ganz praktisch vor Ort, sondern auch im forschungspolitischen Agenda Setting und bei der Ausarbeitung groß angelegter Forschungsförderprogramme.

VertreterInnen der Zivilgesellschaft wollen wir dafür – neben Wissenschaft und Wirtschaft – transparent und mit klaren Zuständigkeiten in die Foren und Beratungsgremien einbinden. Denn ihre Expertise kann Entscheidendes zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen, beispielsweise im Zuge der Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA) oder der Weiterentwicklung der Hightech-Strategie.

Raus aus dem Elfenbeinturm

Durch Kooperationen von Forschungseinrichtungen und Hochschulen mit Schulen, Museen, Volkshochschulen und anderen Bildungseinrichtungen können neue Gruppen erreicht und begeistert werden, die vorher keinen Zugang zur akademischen Welt hatten.

Eine stärkere gesellschaftliche Beteiligung kann damit die Nachvollziehbarkeit von und das Verständnis für wissenschaftliches Arbeiten fördern. Gleichzeitig wird die Forschung durch neue Fragen und Perspektiven bereichert, die sonst aufgrund gesellschaftlicher Ungleichheit unberücksichtigt geblieben wären.

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