MikroplastikMehr Forschung zu Auswirkungen

Mitarbeiter einer Kläranlage führen ein unbenutztes Filterelement zur Absorption von Mikroplastik vor. Kläranlagen können auf dem herkömmlichen Weg Mikroplastik nicht vollständig aus dem Abwasser beseitigen.

Mikroplastik ist eine große Umweltgefahr. Aus der Forschung wissen wir, dass die Anreicherung von Mikroplastik in der Umwelt zu gravierenden Problemen führt. Gleichzeitig wird zu den Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit über die Nahrungskette bisher viel zu wenig geforscht.

Dabei finden sich kleine Kügelchen und Fasern aus Plastik überall in unserer Umwelt. Sie werden zum Beispiel Peelings oder Zahnpasta beigefügt und gelangen über das Abwasser in unsere Flüsse und ins Meer.

Die Bundestagsfraktion hat einen Antrag vorgelegt, der darauf zielt, die Freisetzung von Mikroplastik zu beenden. In diesem Zusammenhang fordern wir auch, die Forschungsaktivitäten hierzulande, beispielsweise des Umweltbundesamts, zu intensivieren. Forschungsbedarf besteht beispielsweise bei Fragen nach den Mengen von Mikroplastik in der Umwelt, nach den Auswirkungen von Mikroplastik oder auch bei der Abwassertechnikforschung.

Diesen Antrag lehnten die Koalitionsfraktionen in der laufenden Woche im federführenden Umweltausschuss ab. Gleichzeitig verkündet Bundesforschungsministerin ein europäisches Forschungsprogramm zum Thema „Ökologische Aspekte von marinem Mikroplastik“. Mehr europäische Forschung zu Mikroplastik ist sicher richtig. Das ersetzt aber nicht, die hiesigen Forschungsanstrengungen der Ressorts zu verstärken. Vor allem kommt es in beiden Fällen darauf an, die in der Forschung gewonnenen Erkenntnisse auch tatsächlich in die Praxis zu übertragen.

Klar ist auch, dass weder Plastikmüll im Meer etwas zu suchen hat noch Mikroplastik im Abwasser.

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