30 Jahre GRÜNE Fraktion

Hendrik Auhagen

1985 - 1987

Sabine Bard

1983 - 1985

Gert Bastian †

1983 - 1986

Marieluise Beck

1983 - 1985, 1987 - 1990, 1994 - heute

Annemarie Borgmann

1985 - 1987

Eberhard Bueb

1985 - 1987

Dieter Burgmann

1983 -1985

Heidemarie Dann

1985 - 1987

Dieter Drabiniok

1983 - 1985

Wolfgang Ehmke

1983 - 1985

Uschi Eid

1985 - 1990, 1994 - 2009

Joschka Fischer

1983 - 1985, 1994 - 2006

Ulrich Fischer

1986 - 1987

Horst Fritsch †

1986 - 1987

Gabriele Gottwald

1983 - 1985

Klaus Hecker

1983

Erika Hickel

1983 - 1985

Hannegret Hönes

1985 - 1987

Milan Horacek

1983 - 1985

Willi Hoss †

1983 - 1985, 1987 - 1990

Gert Jannsen

1983 - 1985

Petra Kelly †

1983 - 1990

Hubert Kleinert

1983 - 1986, 1987 - 1990

Julius Kriszan

1983 - 1985

Torsten Lange

1985 - 1987

Norbert Mann

1985 - 1987

Joachim Müller

1985 - 1987

Christa Nickels

1983 - 1985, 1987 - 1990, 1994 - 2005

Gabriele Potthast

1983 - 1985

Jürgen Reents

1983 - 1985

Christa Reetz †

1983 - 1985

Herbert Rusche

1985 - 1987

Walter Sauermilch

1983 - 1985

Henning Schierholz †

1985 - 1987

Otto Schily

1983 - 1986, 1987 - 1989

Christian Schmidt

1985 - 1987

Dirk Schneider †

1983 - 1985

Waltraud Schoppe

1983 - 1985, 1987 - 1990, 1994 - 1998

Stefan Schulte

1985 - 1987

Walter Schwenninger †

1983 - 1985

Hans-Werner Senfft

1985 - 1987

Eckhard Stratmann

1983 - 1985, 1987 - 1990

Hans-Christian Ströbele

1985 - 1987, 1998 - heute

Heinz Suhr

1985 - 1987

Willi Tatge

1986 - 1987

Udo Tischer †

1985 - 1987

Hans Verheyen

1983 - 1985

Axel Vogel

1985 - 1987

Roland Vogt

1983 - 1985

Antje Vollmer

1983 - 1985, 1987 - 1990, 1994 - 2005

Ludger Volmer

1985 - 1990, 1994 - 2005

Marita Wagner

1985 - 1987

Gerd Werner

1985 - 1987

Helmut Werner †

1985 - 1987

Karin Zeitler

1985 - 1987

Statistik

Ergebnisse der Bundestagswahl 1982:

Grüne: 5,6 Prozent, 28 Abgeordnete
(10 Frauen, 18 Männer)
SPD: 38,2 Prozent
CDU/CSU: 48,8 Prozent
FDP: 7,0 Prozent

Mitglieder des Bundestages 83-85

Sabine Bard; Gert Bastian1; Marieluise Beck-Oberdorf; Dieter Burgmann; Dieter Drabiniok; Wolfgang Ehmke; Joseph Fischer; Gabriele Gottwald; Klaus Hecker (83); Erika Hickel; Milan Horacek2; Willi Hoss; Gert Jannsen; Petra Kelly3; Hubert Kleinert (bis 86); Julius Kriszan; Christa Nickels; Gabriele Potthast; Jürgen Reents; Christa Reetz; Walter Sauermilch; Otto Schily (bis 86); Dirk Schneider; Waltraud Schoppe; Walter Schwenninger; Eckhard Stratmann; Hans Verheyen; Roland Vogt; Antje Vollmer

Während dieser Zeit waren folgende spätere Abgeordnete als MitarbeiterInnen beschäftigt (83-85, „Nachrücker“): Annemarie Borgmann; Heidemarie Dann; Ulrich Fischer (bis 86); Horst Fritsch (bis 86); Hannegret Hönes; Norbert Mann; Joachim Müller; Herbert Rusche; Henning Schierholz; Christian Schmidt; Stefan Schulte; Hans-Werner Senfft; Heinz Suhr; Willi Tatge (bis 86); Udo Tischer4; Axel Vogel; Ludger Volmer; Marita Wagner; Karin Zeitler

Mitglieder des Bundestages 85-87

Hendrik Auhagen; Gert Bastian1; Annemarie Borgmann; Eberhard Bueb; Heidemarie Dann; Uschi Eid; Ulrich Fischer (ab 86); Horst Fritsch (ab 86); Hannegret Hönes; Petra Kelly3; Torsten Lange; Norbert Mann ; Joachim Müller; Herbert Rusche ; Henning Schierholz; Christian Schmidt; Stefan Schulte; Hans-Werner Senfft; Hans-Christian Ströbele; Heinz Suhr; Willi Tatge (ab 86); Udo Tischer4; Axel Vogel; Ludger Volmer; Marita Wagner; Gerd Werner; Helmut Werner; Karin Zeitler

Während dieser Zeit waren folgende frühere Abgeordnete als MitarbeiterInnen beschäftigt (85-87, „Vorrücker“): Gabriele Gottwald; Milan Horacek; Hubert Kleinert (ab 86); Walter Sauermilch; Waltraud Schoppe; Walter Schwenninger; Eckhard Stratmann; Hans Verheyen; Roland Vogt; Antje Vollmer

1. 84-86 fraktionslos, nicht rotiert
2. 83 für Hecker nachgerückt
3. nicht rotiert
4. ab 86 fraktionslos

Benzin bleifrei

Wackersdorf

1985 formiert sich im oberpfälzischen Wackersdorf der Widerstand der Atomkraftgegener gegen die dort geplante Wiederaufbereitungsanlage.

Nach 3.700 Polizisten im Dezember 1985 ein Hüttendorf räumen und 869 Demonstranten festnehmen, eskaliert die Situation immer weiter. So werden auch zum Beispiel die Rechte von AnwohnerInnen der umliegenden Gemeinden, die sich mit den Atomkraftgegnern solidarisieren, eingeschränkt.

§175

Der erste offen schwule Bundestagsabgeordnete Herbert Rusche bringt mit seiner grünen Bundestagsfraktion 1986 den erstem Gesetzentwurf zur ersatzlosen Streichung der §§ 175 und 182 StGB im Deutschen Bundestag ein. CDU, FDP und SPD lehnen den Entwurf ab.

Friedensbewegung

Vier Millionen Menschen unterzeichnen 1980 den „Krefelder Appell“ und fordern die Bundesregierung damit auf, „die Zustimmung zur Stationierung von Pershing-II-Raketen und Marschflugkörpern in Mitteleuropa zurückzuziehen“. Durch die Auseinandersetzung über den NATO-Doppelbeschluss erhält die Friedensbewegung neuen Zulauf. Demonstrationen und Ostermärsche holen Hunderttausende auf die Straße. Im Herbst 1983 – begleitend zur Bundestagsdebatte über die Raketen-Stationierung – sind in vier parallelen Großdemonstrationen nahezu eine Million Menschen unterwegs. Die Grünen errichten während der hitzigen Debatte über die Stationierung von Pershing II und Cruise- Missiles am 21./22. November 1983 im Bundestag eine atomwaffenfreie Zone.

Sonne statt Reagan

Perestroika

Niederlassungsgesetz

Seit den 1950er Jahren sind 30 Millionen Menschen aus dem Ausland nach Deutschland gekommen, 21 Millionen sind wieder weggezogen. Neun Millionen Menschen sind geblieben. 1983 bringen Die Grünen als erste Partei ein  Niederlassungsgesetz in den Bundestag ein.

Cemal Altun

Es ist der 30. August 1983, der 2. Tag der mündlichen Verhandlung anlässlich eines Asylantrags im Verwaltungsgericht Berlin, als Cemal Kemal Altun zum Fenster rennt und sich aus dem 6. Stock stürzt. Er wurde 23 Jahre alt. Der junge türkische Student und Sozialdemokrat beantragt 1981 Asyl, wird zunächst als politisch Verfolgter anerkannt, sitzt jedoch 13 Monate in Auslieferungshaft und verzweifelt angesichts der Ungewissheit, ob seine politische Verfolgung ihn vor der Auslieferung an die Türkei schützen wird.

Die Erschütterung und Empörung über den Umgang mit Cemal Kemal Altun ist groß. Tausende DemonstratInnen fordern uneingeschränktes Asylrecht für politisch Verfolgte und menschenwürdigen Umgang mit Asylsuchenden.

Der 30. August 1983 verändert die Diskussion um die deutsche Asylpolitik.

Mutlangen

1. bis 3. September 1983. Die Prominentenblockade in Mutlangen wird zu einem weltweiten Symbol für gewaltfreien Widerstand gegen Atomwaffen.

Atomkraft? Nein danke!

Im Februar 1975 besetzen 25.000 Menschen den Bauplatz des geplanten Atomkraftwerks in Wyhl. Hier nimmt die Anti-Atomkraft-Bewegung ihren Anfang. Den Bauplänen widersetzen sich zunächst Winzer und Bauern aus der Region, die um ihre wirtschaftliche Existenz fürchten. Der Widerstand ist erfolgreich: 1977 wird der Bau gerichtlich untersagt.
Brokdorf, Kalkar, Wackersdorf: Der Widerstand der Bevölkerung gegen die Atomkraft wächst und mit ihm das polizeiliche Aufgebot. So gilt die 3. Brokdorf-Demo 1981 mit mehr als 100.000 Menschen auch als die „größte Polizeiaktion in der deutschen Geschichte” (Gerhard Stoltenberg, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein).

Mit dem Einzug der Grünen in den Bundestag hat die Bewegung einen parlamentarischen Arm: Am 29. August 1984 bringen Die Grünen das Atomsperrgesetz in den Bundestag ein. Es ist der erste Gesetzentwurf, der die sofortige Stilllegung der Atomanlagen in der Bundesrepublik vorsieht.

Umweltschutz

1984 legen die Grünen im Bundestag den ersten Gesetzentwurf für die Verankerung des Umweltschutzes im Grundgesetz vor.

Antidiskriminierungsgesetz

Quotierung

Tschernobyl

Am 26. April 1986 passiert im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl der größte anzunehmende Unfall, der GAU. Block 4 explodiert. 65 Millionen Menschen werden verstrahlt, Zehntausende sind bis heute an den Folgen der radioaktiven Verseuchung gestorben. Die Informationspolitik ist mangelhaft. Erst nach einer Woche wird in Deutschland vor möglichen Auswirkungen der Katastrophe gewarnt. Die Gefahr ist nicht sichtbar, die Verunsicherung groß. Spielplätze werden geschlossen, Kinder nicht in den Regen gelassen. Die „Atom-Angst” ergreift die gesamte Bevölkerung. Bis heute bleibt Tschernobyl Synonym für die Unbeherrschbarkeit der atomaren Technologie.

"Mit Verlaub, Herr Präsident…“

Streitlustig und - wo es sein muss - respektlos. Die Grünen bringen einen neuen Stil ins hohe Haus. Wie z.B. Joschka Fischer 1984 gegenüber Bundestagsvizepräsident Richard Stücklen: "Mit Verlaub, Herr Präsident…, Sie sind ein Arschloch."

Mittelstreckenraketen

NATO

Saurer Regen

Zahlreiche Initiativen startet die Fraktion gegen das Waldsterben. Im März 85 legt sie einen Gesetzentwurf vor, der den Verkauf von verbleitem Normalbenzin verbietet. Ein Entschließungsantrag von 1986 enthält die ersten Eckpunkte der grünen Energie-Wende.

Schwerter zu Pflugscharen

Abrüstung in Ost und West. Am 31. Oktober 83 unterzeichnet Erich Honecker beim Besuch von Petra Kelly, Otto Schily, Gert Bastian, Antje Vollmer, Dirk Schneider, Gustine Johannsen und Lukas Beckmann einen persönlichen Friedensvertrag. Darin verpflichtet er sich, sich für den Beginn einseitiger Abrüstung in seinem Land einzusetzen.

Fahrlässige Penetration

Die Grünen brechen gesellschaftliche Tabus. Sie fordern u.a., Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe zu stellen. "Wir fordern Sie alle auf", so Waltraud Schoppe in ihrer Rede im Mai 1983 vor dem Bundestag, "[auch] den alltäglichen Sexismus hier im Parlament einzustellen." Schoppes Ausspruch von der "fahrlässigen Penetration" macht in der Republik Furore. Im Oktober 1986 bringen die Grünen das erste Antidiskriminierungsgesetz in den Bundestag ein.

Rotation

Die Grünen verstehen sich als die Alternative zu den etablierten Parteien. Das soll so bleiben. Unter der Maßgabe "keine Macht für niemand“ rotieren deshalb
in der Mitte der Legislatur alle grünen Abgeordneten – mit Ausnahme von Petra
Kelly und Gert Bastian. Vorrücker und Nachrücker bilden eine Bürogemeinschaft.
Die Rotation wird auf Bundesebene im Mai 86 aufgegeben.

Von ihren Diäten sollen die MdBs 1.950 plus 500 Mark für jede zu unterhaltende Person behalten – ein Betrag, der sich am Facharbeiterlohn orientiert.

Feminat

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Am 3. April 1984 wählt die Fraktion mit Annemarie Borgmann, Waltraud Schoppe, Antje Vollmer, Christa Nickels, Heidemarie Dann und Erika Hickel einen rein weiblichen Vorstand.

Fundis & Realos

Flick-Affäre

Wie käuflich ist die deutsche Politik? Die Flick-Affäre weitet sich zur größten Parteispendenaffäre in der Geschichte der Bundesrepublik aus. 1983 beantragt die grüne Fraktion die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses.

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