Erhalten, was uns erhält

Die biologische Vielfalt ist überlebenswichtig für die Menschheit. Sie zu bewahren ist eine ebenso drängende globale Herausforderung wie der Klimaschutz. Artensterben und Klimawandel sind untrennbar miteinander verbunden und verlangen nach gemeinsamen Lösungen.

Im Mai 2008 tagte die neunte Vertragstaatenkonferenz des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) in Bonn. Mit zahlreichen parlamentarischen Initiativen haben wir Bundesumweltminister Gabriel gedrängt, nicht nur Sonntagsreden zu halten, sondern seine Rolle als Präsident der CBD ernst zu nehmen – und im eigenen Land umzusetzen, was er international einfordert. Die Bundesregierung muss ein vernetztes, effizient gemanagtes System von Biotopen zu Land und in den Meeren schaffen. Wir wollen auch, dass sich Deutschland stärker für den Urwaldschutz engagiert – grüne Initiativen, die Schwarz-Rot mit Unterstützung der FDP abgeblockt hat.

Natur und Mensch vor Gentechnik schützen

Das Anbauverbot für die Maissorte MON810 ist ein Sieg der Anti-Gentechnik-Bewegung in Deutschland: von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Landwirten und Imkern sowie von Umwelt- und Verbraucherverbänden und grüner Politik. Die CSU dagegen geht mit ihrer momentanen Gentechnik-Kritik augenscheinlich nur auf Stimmenfang – Agrarministerin Aigner verbot medienwirksam den Genmais, um dann prompt den großflächigen Versuchsanbau der Gentech-Kartoffel Amflora zu erlauben.

Wir Grüne hingegen haben mit Anträgen und Anfragen die Agro-Gentechnik über die gesamte Legislaturperiode in der parlamentarischen Debatte gehalten und die gentechnikkritischen Lippenbekenntnisse von CSU und SPD entlarvt. Wir fordern ein EU-weites Verbot von Gentech-Pflanzen, die Mensch, Umwelt und Landwirtschaft gefährden. Für gentechnikfreie Regionen machen wir uns stark. Länder und Regionen müssen selbst entscheiden dürfen, ob sie Gentechnik auf dem Acker wollen oder nicht – unabhängig von der Zulassungssituation auf europäischer Ebene.

Agrarwende retten, Ernährung sichern

Eine intelligente Landwirtschaft kann helfen, die Probleme Hunger, Klimawandel und Artenverlust gemeinsam und nachhaltig anzugehen. Auf europäischer Ebene haben wir uns dafür eingesetzt, dass die Agrarzahlungen ökologisch und sozial gesteuert werden: öffentliche Gelder für gesellschaftliche Leistungen. Die große Koalition hat versucht, die Erfolge der von Renate Künast angestoßenen Agrarwende rückgängig zu machen. Wir halten dagegen und kämpfen für den ökologischen Landbau, die artgerechte Tierhaltung, fairen Welthandel und gesunde, rückstandsfreie Lebensmittel.

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